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Weltweit Spotify geht an die New Yorker Börse
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Spotify geht an die New Yorker Börse
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00:16 07.04.2018
Der Musikstreaming-Dienst aus Schweden geht nun an die Börse. Quelle: AP
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New York

 Dem Musikstreaming-Anbieter Spotify ist einer der größten Börsengänge der vergangenen Jahre gelungen. Die Aktien des schwedischen Unternehmens debütierten am Dienstag zum Preis von 165,90 US-Dollar (135,30 Euro) an der New Yorker Börse. Die Käufer bewerteten das gesamte Unternehmen dabei mit 30 Milliarden US-Dollar (24,5 Milliarden Euro) – höher als Twitter und Google bei ihren Debüts.

In der Technikbranche wurden nur Facebook sowie der chinesische Online-Händler Alibaba bei ihren Börsengängen besser bewertet. Noch vor wenigen Wochen hatten Analysten Spotify auf rund 20 Milliarden US-Dollar taxiert.

Beim Start an der New York Stock Exchange setzten die Schweden auf ein ungewöhnliches Verfahren: den kostensparenden Weg einer sogenannten Direktplatzierung. Sie ließen sich zwar von Investmentbanken beraten, beauftragten sie aber nicht wie üblich mit einer Aktienausgabe und dem dazugehörigen Preisbildungsverfahren. Außerdem gab die Firma selbst keine neuen Anteile heraus, erhöhte also nicht ihr Kapital, sondern ließ lediglich ihre bisherigen Investoren erstmals an der Börse verkaufen.

Umsatz steigt, Verlust auch

Das 2006 in Stockholm gegründete Unternehmen ist einer der Pioniere des Musikstreamings. Dabei kaufen die Nutzer keine Songs, sondern rufen sie bei Bedarf über das Internet aus einem Katalog mit über 35 Millionen Stücken ab. Mit Werbeeunterbrechungen ist das für die Nutzer kostenlos, für die werbefreie Variante zahlen sie 10 Euro im Monat. Bei jedem einzelnen Abruf zahlt Spotify dem Rechteinhaber, also in der Regel dem Label, einen kleinen Betrag, typischerweise weniger als einen Cent.

Mit diesem Modell revolutionierte Spotify die weltweite Musikindustrie. Diese hatte aufgrund illegaler Downloads und raubkopierter CDs von 1999 bis 2014 fast 40 Prozent ihres Umsatzes verloren. Durch den Erfolg der Streamingdienste geht es seit 2015 wieder aufwärts. „Wir haben einer rapide schrumpfenden Industrie wieder zu Wachstum verholfen“, sagt Spotify-Gründer Daniel Ek.

Seine Firma ist der klare Marktführer im Musikstreaming: Ende 2017 hatte sie 71 Millionen zahlende Abo-Kunden und 159 Millionen Nutzer insgesamt. Der Umsatz hat sich von 2015 bis 2017 auf rund 4 Milliarden Euro verdoppelt. Allerdings arbeitet Spotify nicht profitabel: Im vergangenen Jahr stieg der operative Verlust sogar leicht, von 349 Millionen auf 378 Millionen Euro. Der größte Konkurrent Apple verrät nicht, wie viele Menschen für seinen Streamingdienst Apple Music zahlen. Branchenkennern zufolge sind es aber nur halb so viele wie bei Spotify.

 Spotify und seine Aktionäre hoffen auf einer ähnliche Entwicklung wie beim TV-Streamingdienst Netflix. Bevor dieser zum Inbegriff einer neuen Fernsehkultur wurde, schrieb er auch lange Zeit rote Zahlen. Heute ist Netflix profitabel und an der Börse über 130 Milliarden Dollar wert.

Von Hannes Breustedt und Christian Wölbert

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