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Weltweit Umbau: Enercity spaltet sich auf
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Umbau: Enercity spaltet sich auf
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21:22 24.05.2018
Baut Enercity um: Vorstandschefin Susanna Zapreva Quelle: Michael Wallmüller
Hannover

Die hannoverschen Stadtwerke stehen vor einem tiefgreifenden Umbau. Rund die Hälfte der Mitarbeiter von Enercity soll in eine neue Tochtergesellschaft wechseln, die für die Netze des Unternehmens zuständig sein wird. Das gab Enercity am Donnerstag in Hannover bekannt. Für die Mitarbeiter würden sich dadurch aber keinerlei Nachteile ergeben, betonten die Vorstandsvorsitzende Susanna Zapreva und ihre Vorstandskollegen Marc Hansmann und Kai-Uwe Weitz.

Wichtigster Grund für die Spaltung ist laut Enercity die Regulierung der Strom- und Gasnetze durch die Bundesnetzagentur. Die Behörde legt die Entgelte fest, die Enercity als Netzbetreiber anderen Energieversorgern berechnen darf. Dies nutzt sie auch als Hebel, um bei Anbietern wie Enercity die Netz-Bereiche stärker von den Versorgungs-Bereichen zu trennen. Enercity ist gleichzeitig Netzbetreiber und Versorger. „Die Regulierungsbehörde übt sanften Druck aus“, sagte Zapreva.

Gewinn soll deutlich steigen

„Durch die Umorganisation erreichen wir, dass die Bundesnetzagentur einen Großteil der Personalkosten anerkennt“, erklärte Hansmann. Allein dadurch werde Enercity mittelfristig den Gewinn pro Jahr um einen zweistelligen Millionenbetrag steigern. Dies biete Chancen für Investitionen in Zukunftsthemen wie Digitalisierung und den Ausbau der Stromnetze.

Laut Enercity bringt der Umbau aber auch weitere Vorteile. Der im Wettbewerb stehende Vertrieb könne durch die Trennung noch schneller auf Trends reagieren und sich noch stärker auf den Kunden fokussieren, erklärte Hansmann. Der regulierte Netzbereich dürfe zwar auch den Kunden nicht aus den Augen verlieren, dort stehe aber die Sicherheit stärker im Fokus.

Betriebsrat begrüßt Umbau

Der Enercity-Betriebsratsvorsitzende Martin Bühre begrüßte den Umbauplan. „Wir sehen in diesem Schritt die Sicherung von Beschäftigung und attraktiven Arbeitsplätzen“, erklärte er. „Dann muss uns auch egal sein, wie das Unternehmen heißt“, sagte er mit Blick auf die neue Tochtergesellschaft.

Ein vor Kurzem in Kraft getretener Haustarifvertrag sichert die Arbeitsplätze der Enercity-Angestellten für die kommenden zehn Jahre. Mit einem weiteren Tarifvertrag werde man darüber hinaus festschreiben, dass die Arbeitsbedingungen bei der neuen Netzgesellschaft nicht schlechter werden als bei der Muttergesellschaft, erklärte Enercity.

Von Christian Wölbert

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