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Weltweit Umweltministerin beharrt auf Diesel-Umrüstungen
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Umweltministerin beharrt auf Diesel-Umrüstungen
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22:11 10.09.2017
„Hersteller können nicht einfach rundheraus sagen, es gehe nicht“: Umweltministerin Barbara Hendricks.Foto: dpa Quelle: Paul Zinken
Berlin

Im Streit um die Nachrüstung älterer Dieselautos lässt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nicht locker. Trotz des strikten Neins der Autobauer beharrt sie darauf, dass es nicht bei den von der Industrie angekündigten Updates der Fahrzeugsoftware bleibt. „Die Prüfung von Hardware-Umrüstungen geht voran“, sagte Hendricks der Deutschen Presse-Agentur.

Hendricks sagte, eine der beim Dieselgipfel eingesetzten Arbeitsgruppen habe inzwischen vereinbart, kurzfristig externe Sachverständige mit der Begutachtung möglicher technischer Nachrüstsysteme zu beauftragen. „Da erwarten wir in absehbarer Zeit Ergebnisse und können darauf weitere Beratungen stützen.“

Es sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht ganz klar, für welche Fahrzeugtypen Hardware-Nachrüstungen funktionierten und wie groß der Aufwand sei. „Aber wir wissen, dass auch viele Zulieferer schon unterwegs sind, Systeme anzubieten. Darum können die Automobilhersteller nicht einfach rundheraus sagen, es gehe nicht.“

China will Verbrenner stoppen

Umbauten direkt an Motoren lehnt die Branche aber unter anderem wegen hoher Kosten ab; sie verweist auch auf technische Probleme. Beim Dieselgipfel von Bund, Ländern und Autobranche Anfang August hatten die deutschen Hersteller neue Abgas-Software für zusätzliche 2,8 Millionen Wagen zugesagt. Bei 2,5 Millionen VW-Dieseln ist dies amtlich angeordnet.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sorgt sich derweil darum, dass die deutsche Schlüsselindustrie mit Hundertausenden Beschäftigten bei umweltfreundlichen Antrieben international den Anschluss verpassen könnte. In ihrem am Sonnabend veröffentlichten Podcast sagte sie, insbesondere in China gebe es „jetzt schon eine sehr große Diskussion über alternative Antriebstechnologien“. Staatliche chinesische Medien hatten am Wochenende zudem berichtet, das Land plane einen Verkaufsstopp von Autos mit Verbrennungsmotor. Das Industrieministerium des Landes arbeite an einem entsprechenden Zeitplan.

Merkel wird am Donnerstag in Frankfurt die weltweit wichtigste Automesse IAA eröffnen. Die Veranstaltung steht unter dem Eindruck des Abgas-Skandals und der Debatte um Fahrverbote in deutschen Städten.

Die deutschen Autobauer sehen sich im weltweiten Wettbewerb um E-Mobilität auf einem Spitzenplatz. „Laut einer McKinsey-Studie sind wir heute schon einer der Leitanbieter und können 2025 sogar Weltmarktführer für Elektromobilität werden“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.“

Von Thomas Kaufner

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