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Weltweit Volkswagen stellt Forschung nach Affenversuchen auf den Prüfstand
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Volkswagen stellt Forschung nach Affenversuchen auf den Prüfstand
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12:38 26.02.2018
VW hat den Gewinn erneut gesteigert. Quelle: dpa
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Hannover

 Volkswagen zieht Konsequenzen aus den Abgastests an Affen. Der Konzern werde alle Studien- und Forschungsprojekte auf den Prüfstand stellen und zudem einen neuen Katalog für Ethik- und Moral-Leitlinien erstellen, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Zuvor hatte der Aufsichtsrat mehrere Stunden über den Umgang mit den kürzlich bekannt gewordenen Laborversuchen debattiert. „Das Unternehmen distanziert sich vehement von allen Formen der Tierquälerei“, sagte der VW-Sprecher.

Im Konzern rechnet man jedoch nicht mit schnellen Ergebnissen. Allein in Deutschland habe Volkswagen 1290 Kooperationen mit mehr als 100 Hochschulen und rund 60 Forschungsinstituten. International seien es mehr als 1700 Kooperationen mit rund 300 Universitäten und Instituten, hieß es.  Für die Aufklärungsarbeit will sich Volkswagen Hilfe von außen holen – dieser Prozess werde „voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen“, hieß es in Wolfsburg.

Verantwortlich für die Affenversuche war die inzwischen aufgelöste Forschungsvereinigung EUGT,  die VW 2007 gemeinsam mit Bosch, BMW und Daimler gegründet hatte. Um die Wirkung der Abgasreinigung durch Dieselpartikelfilter zu untersuchen, wurden dort Affen verwendet – selbst Tests an Menschen standen offenbar zur Debatte. VW stellte den Geschäftsführer der EUGT und trug auch die Lohnkosten. 

Trotz immer neuer Wendungen in der Dieselaffäre laufen die Geschäfte bei Volkswagen weiterhin rund. Im vergangenen Jahr hat der Konzern mit unter dem Strich 11,4 Milliarden Euro erstmals wieder mehr verdient als vor dem Bekanntwerden der Softwaremanipulationen an Selbstzünder-Motoren 2014. Mit 10,74 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen – ein Plus von 4 Prozent –bleibt Volkswagen weltweit die Nummer Eins. 

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent auf knapp 231 Milliarden Euro, wie das Unternehmen gestern auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Der operative Gewinn stieg um rund 95 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro. Die Dividende je Vorzugsaktie soll sich auf 3,96 Euro fast verdoppeln. Für das laufende Jahr rechnet der Vorstand mit einem Umsatzplus um bis zu 5 Prozent, die Umsatzrendite soll zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. 

Darüber hinaus kündigte der Konzern ein neues Modell für das Werk in Osnabrück an. Volkswagen will dort 80 Millionen Euro investieren und ab 2020 das SUV-Cabrio T-Roc fertigen lassen, eine Art großen Bruder des Golf. In Osnabrück laufen derzeit noch die Modelle Tiguan und Porsche Cayman vom Band – doch nicht mehr lange. Mit dem T-Roc bekomme das Werk „endlich seine lange erwartete eigene Modellreihe, die einen großen Beitrag dazu leisten wird, den Standort auszulasten und die dortigen Arbeitsplätze zu sichern“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Von Jens Heitmann

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