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Weltweit Versicherer schlagen Steuerminderung für Bauern vor
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Versicherer schlagen Steuerminderung für Bauern vor
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06:06 02.08.2018
Kuh auf einer vertrockneten Weide in den Elbauen bei Schönebeck. Quelle: Peter Förster/ZB/dpa
Berlin

Die deutsche Versicherungswirtschaft schlägt in der Debatte über Dürrehilfen für Landwirte steuerliche Begünstigungen für sogenannte Allwetterpolicen vor, mit denen sich Bauern etwa in Italien, Österreich oder in den Niederlanden auch vor Schäden durch lang anhaltende Trockenheit schützen. „Die Folgen des Klimawandels zu bewältigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Insofern sehe ich auch die Politik in der Verantwortung“, sagte Rainer Langner, Vorstandchef der Vereinigten Hagelversicherung in Gießen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Man kann auch hinterfragen, warum der Gesetzgeber zwar die Versicherungssteuer für Policen gegen Hagel, Sturm, Starkregen, Überschwemmung und Frost von 19 auf 0,3 Prozent gesenkt hat, nicht aber bei Versicherung gegen Trockenheit“, so Langner, der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Kommission Sachversicherung Landwirtschaft leitet. „Wir Versicherer wären jedenfalls in der Lage, eine erhöhte Nachfrage an Mehrgefahrenversicherungen zu bedienen.“

Zuschuss für Mehrgefahrenpolicen in vielen Ländern

Langner verwies auf europäische Nachbarn: „Drei Viertel der EU-Staaten – etwa Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Österreich oder Niederlande – bezuschussen Mehrgefahrenpolicen, die alle Wetterrisiken einschließen, also auch Trockenheit. Die Förderung liegt teilweise bei 70 Prozent, und dadurch werden die Policen für die Bauern erschwinglich.“

In Deutschland, so Langner gegenüber dem RND, seien fünf Millionen Hektar gegen Hagelschäden versichert, aber nur rund 5000 Hektar gegen Dürreschäden. „Trockenheit ist ein sogenanntes Kumulrisiko. Das bedeutet, sie kommt zwar nicht allzu häufig und regelmäßig vor. Wenn es dann aber mal für längere Zeit nicht regnet, sind davon gleich mehrere Regionen betroffen und der Schaden ist entsprechend groß“, begründet Langner die hohen Versicherungskosten. „Und zwar sowohl beim einzelnen Landwirt als auch für die gesamte Volkswirtschaft. Das macht es für die Versicherer sehr schwer, ausreichend Risikokapital vorzuhalten. Ganz im Unterschied zu Hagelschäden: Die treten zwar häufiger auf, sind jedoch meist regional begrenzt.“

Von Thoralf Cleven/RND

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