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Weltweit Betriebsräte warnen Enercon vor Kahlschlag
Nachrichten Wirtschaft Weltweit Betriebsräte warnen Enercon vor Kahlschlag
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00:17 11.08.2018
Enercon-Mitarbeiter bei Wartungsarbeiten. Quelle: dpa
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Hannover

Angesichts des angekündigten Stellenabbaus beim Windkraftanlagenhersteller Enercon warnen Betriebsräte und Gewerkschafter das Unternehmen vor voreiligen Schritten. Mit jedem Mitarbeiter und jedem Standort verliere Enercon wichtiges Know-how und gefährde damit die eigene Zukunft, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung der IG Metall-Betriebsräte in den Unternehmen der Enercon-Gruppe und der IG Metall.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Unternehmen aus Aurich sich stärker international ausrichten will. Bundesweit sollen deshalb 835 Stellen wegfallen, rund 700 davon in Niedersachsen. Die Betriebsräte wollen mit Enercon nun über Alternativen zu den Entlassungen verhandeln, zum Beispiel über Kurzarbeit und Weiterbeschäftigung an anderen Standorten.

Der Konzern müsse „selbst Verantwortung übernehmen“, betonten sie am Mittwoch. Es gehe keineswegs um „irgendwelche Zulieferer“. Alle Beschäftigten in den betroffenen Unternehmen gehörten zu Enercon.

Der Konzern blieb am Mittwoch allerdings bei seiner Sichtweise, dass die betroffenen Firmen eigenständig sind. Enercon sei nicht für die Personalplanung zuständig und könne sich dazu auch nicht äußern, sagte ein Sprecher. Die IG Metall sieht das anders: Die Zulieferer seien nur formal unabhängig und deshalb dem Konzern zuzurechnen.

Runder Tisch in Hannover?

Die Betriebsräte hoffen, dass Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) alle Akteure an einem Tisch zusammenbringt. „Das Unternehmen darf nicht übereilt handeln und Tatsachen schaffen, bevor es ein solches Treffen in Hannover gegeben hat“, forderten sie.

Ein erstes Treffen zwischen Althusmann und der Enercon-Geschäftsführung fand bereits am Montag statt. Am kommenden Mittwoch will der Minister mit den Arbeitnehmervertretern sprechen. Eine Zusage der Enercon-Geschäftsleitung für diesen Termin gab es zumindest bis Mittwoch aber noch nicht.

Althusmann hofft wie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch auf eine Sonderausschreibung für Windparks, die den Anlagenbauern kurzfristig mehr Aufträge verschaffen und weiteren Jobabbau verhindern soll. Dafür muss allerdings die Bundesregierung ein Gesetz erlassen.

Von Christian Wölbert

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