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Euro-Krise

Experten befürchten den griechischen Domino-Effekt


Bankenexperten befürchten einen Domino-Effekt durch die Griechenland-Krise. Laut Medienberichten sieht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) selbst deutsche Banken in Gefahr.
Die Finanzkrise in Griechenland belastet den Euro-Raum.

Die Finanzkrise in Griechenland belastet den Euro-Raum.

© dpa

Gut drei Wochen vor Ablauf des Ultimatums der EU an Griechenland warnen Experten vor einem möglichen Domino-Effekt auf andere „unsichere Staaten“ in Europa. Laut „Spiegel“ könnte die Gesamthilfe der Euro-Gruppe für das hochverschuldete Land 20 bis 25 Milliarden Euro erreichen, mit einem Anteil Deutschlands von vier bis fünf Milliarden Euro. Das Bundesfinanzministerium dementierte den Bericht und sprach von Spekulationen. CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich lehnte deutsche Steuergelder für Griechenland ab.

Falls nach Griechenland auch die anderen sogenannten PIIGS-Staaten (neben Griechenland sind dies Portugal, Irland, Italien und Spanien) Zahlungsprobleme bekämen, würden womöglich nicht nur die europäische Währungsunion, sondern auch deutsche Banken gefährdet, berichtete der „Spiegel“ unter Berufung auf einen internen Vermerk der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). „Das Hauptrisiko für den deutschen Finanzsektor besteht in kollektiven Schwierigkeiten der PIIGS-Staaten“, heiße es darin.

Griechenland könne für solche Schwierigkeiten „möglicherweise der Auslöser sein“, schreibt das Blatt unter Berufung auf den Vermerk weiter. Deutsche Banken sollen demnach Papiere dieser Staaten im Wert von 522,4 Milliarden Euro halten, was rund 20 Prozent der gesamten Auslandsforderungen deutscher Banken entspreche. Sie seien „Hauptgläubiger in Spanien und Irland und zweitwichtigster Gläubiger in Italien“. Eine BaFin-Sprecherin wollte den Bericht auf Anfrage des DAPD nicht kommentieren.

Sinn: „Währungsunion wäre am Ende“

Der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht sogar die ganze Weltwirtschaft für den Fall in Gefahr, dass Domino-Effekte auch andere Länder in die Insolvenz zwingen: „Das kann, wenn man es falsch angeht, die Welt sogar in eine neue Rezession stürzen“, sagte er dem „Focus“. Wenn die EU Griechenland jetzt fallen ließe, wäre das ein schlechtes Signal für andere unsichere Länder. Sollte auch Irland zahlungsunfähig werden, folgten bald Portugal, Italien und Spanien: „Die Währungsunion wäre am Ende“, wird er weiter zitiert.

Der ifo-Chef äußerte sich den Angaben zufolge aber überzeugt davon, dass sich der Absturz der Währungsunion noch abwenden lasse. Griechenland müsse massiv sparen, und zudem müssten der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Union und einzelne EU-Länder helfen.

„Sollten sich fragen, ob sie in der EU richtig sind“

Der Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Friedrich, sagte der „B.Z. am Sonntag“: „Ich bin dagegen, dass es deutsche Steuergelder für die griechische Misswirtschaft gibt. Wenn Griechenland die EU-Regeln für die Haushaltskonsolidierung immer noch nicht befolgen will, sollten die Griechen sich fragen, ob sie überhaupt noch in der Europäischen Union richtig sind.“

Der neue deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger erklärte, die Gefahr für die Stabilität des Euro sei „beherrschbar, aber ernst zu nehmen“. Zugleich mahnte er die EU-Mitgliedstaaten im „Hamburger Abendblatt“ zur Haushaltsdisziplin.

Die EU-Finanzminister hatten Griechenland am vergangenen Montag zu großen Anstrengungen noch in diesem Jahr bei der Sanierung seines Haushalts aufgerufen und als Frist den 16. März gesetzt. Bis dahin müsse das Land zeigen, dass es auf dem richtigen Weg sei, das Defizit im Bruttoinlandsprodukt von 12,7 Prozent auf 8,7 Prozent zu senken.

Ein Athener Gericht erklärte am Samstag den Streik der Zollbediensteten für illegal, der seit Dienstag zu einer Benzinknappheit in Griechenland geführt hatte und aus Protest gegen den harten Sparkurs der Regierung zur Haushaltssanierung eigentlich bis Mittwoch anhalten sollte.

ap

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