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„Fortgeschrittenen Gespräche“

Verkauf der TUI-Anteile an Hapag-Lloyd rückt näher

Von Jens Heitmann

Ein Verkauf weiterer TUI-Anteile an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd rückt näher. Nach monatelangen Gesprächen mit den Miteignern um die Stadt Hamburg und den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne zeichnet sich eine Annäherung ab.
Der Hapag-Lloyd-Frachter „Basle Express“ wird am Container-Terminal Altenwerder beladen.

Der Hapag-Lloyd-Frachter „Basle Express“ wird am Container-Terminal Altenwerder beladen.

© dpa

Hannover/Hamburg. „Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen“, sagte ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde am Freitag – die TUI äußerte sich ähnlich. Aus dem Verhandlungsumfeld sickerte durch, die Hansestadt könne zusammen mit Kühne weitere gut 20 Prozent an der weltweit fünftgrößten Containerlinienreederei übernehmen. Damit würde die TUI zwar nicht alle dem Konsortium zum Jahresanfang zum Verkauf angedienten 33,3 Prozent los, das sei aber auch nicht das Entscheidende, hieß es in Konzernkreisen. Wichtiger ist der TUI offenbar, einen möglichst hohen Kaufpreis festzuzurren – weitere Anteile können man später immer noch verkaufen.

Weder die Hansestadt noch Kühne verfügen über genug Geld, um alle angedienten TUI-Anteile zu übernehmen. Der Logistikunternehmer Kühne mit 24,6 Prozent und die Stadt Hamburg mit 23,6 Prozent sind die beiden größten Konsorten im Albert-Ballin-Bund, dem noch mehrere Banken und Versicherungen angehören. Insgesamt hält das Konsortium, das einst gegründet worden war, um einen Verkauf der Traditionsreederei an den Rivalen NOL aus Singapur zu verhindern, 61,6 Prozent an der Containerreederei.

Die TUI will mit dem Geld aus dem Verkauf der Hapag-Anteile die Schulden des Konzerns senken und das touristische Kerngeschäft stärken. Zuletzt waren Verhandlungen mit potenziellen Investoren aus China und Oman im Sande verlaufen, da wackelige Finanzmärkte und die scharfe Konkurrenz in der Container-Schifffahrt einen Strich durch die Rechnung machten. Ein geplanter Börsengang gelang nicht, weil in dem schwierigen Umfeld eine Bewertung des Unternehmens fast unmöglich wurde.

Am Ende zog die TUI das vertraglich mit dem Albert-Ballin-Konsortium um Kühne und die Stadt Hamburg vereinbarte Andienungsrecht für 33,3 Prozent an Hapag-Lloyd. Dadurch wurde ein Verfahren in Gang gesetzt, um sich mit den Miteignern über den Verkaufspreis zu einigen. Weil sich in den Verhandlungen nun eine Lösung abzeichnet, soll die im Prozedere vorgesehene Erarbeitung eines Wertgutachtens durch einen Wirtschaftsprüfer um einen Monat auf Anfang März verschoben werden. Dadurch behielten die Parteien Spielraum für eine Kompromiss, hieß es.

Hamburgs Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) betonte allerdings, die Stadt sehe sich nicht unter Zeitdruck: „Wenn es eine interessante Option gibt, könnte ich mir eine Einigung vorstellen.“ Die Stadt spreche sich eng mit allen Partnern im Albert-Ballin-Konsortium ab. Am Ende müsse eine Lösung, „wie schon in der Vergangenheit auch, von einer breiten Zustimmung in Stadt und Bürgerschaft getragen werden“. Karl Gernandt, Verwaltungsratspräsident von Kühne + Nagel und ein enger Vertrauter von Klaus-Michael Kühne, sprach von einer „sehr engagierten Phase“ und warnte vor falscher Eile: „Auf dünnen Eis bewegt man sich besser langsam.“

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