Nur ein Problem gibt es beim alljährlichen gesellschaftlichen Höhepunkt in Göttingen: zu wenig Karten für zu viele Interessierte. Auch in diesem Jahr war der Run auf die Karten (60 Euro) beachtlich. Zwei Drittel der heiß begehrten Billets gingen wieder an die Handwerker aus der Region, aus den Betrieben der Kreishandwerkerschaften Südniedersachsen und Northeim-Einbeck. Ihnen galt denn auch ein besonders herzliches Willkommen von KH-Chefin Thiele-Hann. „Das Handwerk ist bis jetzt einigermaßen gut durch die Krise gekommen“, zog sie in ihrer Begrüßungsrede Bilanz. Man wolle alles daran setzen, dass es auch 2010 so bleibe. Nur kurz streifte Thiele-Hann das aktuelle Wirtschaftsgeschehen, dann eröffneten sie und ihr Mann Michael Hann den fünften Handwerkerball in der Lokhalle mit einem schon obligatorischen Walzer.
Ein Meer aus Kerzen illuminierte die historische Lokhalle. Auf Stahlstützen und auf den festlich gedeckten rund 150 Bankett-Tischen waren Tausende von Lichtern platziert. Tagelang war das Fest der Feste vorbereitet, Anlagen installiert, Tanzboden verlegt, Teppiche ausgerollt worden.
Da, wo sonst die Erstligisten der BG in Sportschuhen und Vereinstrikots um Basketbälle kämpfen, wogten am Sonnabend Samt und Seide, Tüll und Satin. Atemberaubende Ballkleider, schicke Anzüge, Eleganz pur, Glanz und Glamour bestimmten das Ambiente in der Lokhalle.
Norbert und Daniel Raub, die seit Jahren die enorme Gästeschar aus Handwerk, Wirtschaft, Politik, und Verwaltung mit festlichem Buffet verwöhnen, haben in diesem Jahr eine kleine Veränderung gewagt. Vorspeisen wurden direkt an den Tischen serviert. Mit Parmaschinken, Carpaccio alla Cipriani, mit Artischockenherzen, Frutti Mista und vielem mehr konnte der kleine, mit gegrillten Jungschweinen (auf Buchenholz) und Gambarettispießen vom Grill der große Hunger gestillt werden. Für die Naschkatzen hatte das Friedländer Biewald-Team, bestehend aus mehr als zwanzig Köchen, Dessertbuffets kreiert.
Für den reibungslosen Ablauf war wieder ein Heer fleißiger Helfer im Einsatz: 40 Mann an den Theken, 70 Kräfte im Service. Die Musik für die rauschende Ballnacht lieferte die thüringer Band „Princess Jo“, die für ihr Mix aus Klassik und Pop hinreichend gelobt wurde. Kräftigen Beifall gab es für die Showeinlage der Tanzschule Krebs, in der Profis ihr Können zeigten.
Einen glänzenden und anlagesicheren Preis hatte der Chef der Gothaer Betriebsdirektion Waterkamp, Hanjo Waterkamp (er hatte am Sonnabend auch Geburtstag) für die Ballbesucher gestiftet. Den Goldbarren im Wert von 2600 Euro gewann Heike Lüttge-Schönborn. Die Northeimer Juwelierin entschloss sich spontan und unter großem Beifall, den wertvollen Preis an die Haiti-Hilfe zu spenden.
Von Hanne-Dore Schumacher
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