Göttingen. Die Trinkwasserverordnung, so argumentierte er, sei sogar strenger als die Auflagen, die die Mineralwasserabfüller einzuhalten hätten. 2000 Becher Göttinger Leitungswasser schenkte er an der Edelstahltheke aus. Die Stadtwerke gehörten zu den 100 Ausstellern der Gesund-Messe, zu der am Wochenende rund 9000 Besucher gekommen waren.
Die vom Veranstalter, der städtischen Wirtschaftsförderung GWG, zusammengestellte Mischung war bunt. Neben Kliniken, Hochschulen und Rehabilitations-Zentren, Seniorenheimen und Zahnärzten machten auch Bildungseinrichtungen und Finanzdienstleister auf sich aufmerksam. Stände hatten zudem Wünschelrutengänger und Geistheiler, Esoterikbuchhändler und Hypnotiseure.
„Und was machen Sie hier?“, wurde Kai-Uwe Jung, Geschäftsführer von Puk Mini Car, gefragt. „Wir fahren viele Dialysepatienten“, erzählte Jung. Zwei der insgesamt 20 Fahrzeuge seien für Rollstuhlfahrer geeignet. Die neue Angiologie-Abteilung, die sich mit Gefäßkrankheiten befasst, stellte das Göttinger Krankenhaus Neu-Mariahilf vor. Besucher konnten sich mit einem Ultraschallgerät die Durchblutung ihrer Hände und Füße messen lassen. „Es gibt Fragen von Patienten zu prothetischen und gynäkologischen Operationen“, berichtete der Ärztliche Direktor Dr. Thomas Bauer. Viele wollten wissen, wie die Unterbringung sei. „Nur zu meinem Fachgebiet, der Anästhesie, kommen keine Fragen“, so Bauer weiter. „Bei ihnen gibt es zu wenig Parkplätze“, musste sich Professor Michael Karaus vom Evangelischen Krankenhaus Weende anhören. „Wir haben mittlerweile fast jeden freien Quadratmeter auf unserem Grundstück in Parkraum umgewandelt“, konnte Karaus berichten. Langfristig werde auf dem Gelände ein Parkhaus entstehen, kündigte der Mediziner an.
Sozialarbeiterin Claudia Nalepa berichtete über die Weender Engel, einen Besuchsdienst, den sie zur Zeit im Weender Krankenhaus aufbaut. Vor allem Patienten auf der geriatrischen Station fühlten sich oft einsam, weil sie über kein enges soziales Netz mehr verfügten. Sie würden sich über jemanden freuen, der mit ihnen einen Spaziergang über das Klinikgelände machte. Über rege Nachfrage auf der Messe freute sich Pflegeberaterin Gaby Quintscher vom Pflegestützpunkt des Landkreises Göttingen. „Wir helfen bei der Antragstellung und informieren über die Leistungen der Pflegeversicherung“, so Quintscher.
Auf 152 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentierte sich die Universitätsmedizin Göttingen. Die UMG informierte über ihre Arbeit als Maximalversorger und als Forschungseinrichtung. Mediziner und Fachpersonal aus elf Abteilungen und Einrichtungen standen für alle Fragen rund um das Thema „Gesundheit“ bereit.
Von Michael Caspar
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