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Expansion

GVA übernimmt Auslieferung für 173 Verlage


1997 startete die Gemeinsame Verlagsauslieferung Göttingen (GVA) mit vier Verlagen. Heute übernimmt das Unternehmen die Auslieferung für 173 Verlage, und es werden kontinuierlich mehr. Die GVA baut die dritte Halle auf der Siekhöhe.

2,5 Millionen Bücher auf Lager: Rainer Papp und Karl-Klaus Rabe informieren Thomas Oppermann (von links).

© Heller

2,5 Millionen Bücher lagern im Anna-Vandenhoeck-Ring 36 und den ehemaligen Huhtamaki-Hallen (Weende). 173 Verlage haben sich entschieden, die Auslieferung ihrer Bücher in externe Hände zu geben. Sie haben die GVA gewählt, deren zentrale Lage überzeugt. Kleine Verlage sind es zumeist, beschreibt Rainer Papp den Kundenkreis, der fast täglich größer wird. Ein „Feinkostladen“, so der Geschäftsführer schmunzelnd. Gemeinsam mit Karl-Klaus Rabe hat er die GVA-Geschäftsführung inne. Auch ganz kleine Verlage, Neueinsteiger oder Häuser mit ein, zwei Büchern im Sortiment seien willkommen.

Vor zwölf Jahren entschieden sich die Verantwortlichen der Göttinger Verlage Lamuv und Steidl, Scalo (Zürich) und Häusser (Darmstadt), die Auslieferung ihrer Druckwerke gemeinsam und damit kostengünstiger zu organisieren. Auf der Siekhöhe wurde die erste Halle gebaut, damals noch im Auftrag von Verleger Gerhard Steidl. Die Idee überzeugte auch andere Verlage. Heute arbeiten die Göttinger allein in Zürich mit 25 Häusern zusammen, insgesamt sind es im deutschsprachigen Raum, in Italien, Frankreich, Spanien und den USA 173 Firmen.

Den Umsatz der GVA beziffert Rabe, Inhaber des Lamuv-Verlags, mit 10 Mio. Euro, 13 Beschäftigte sind unter Vertrag. Seit 1. August dieses Jahres bildet das Unternehmen aus, zwei junge Leute lernen den Beruf „Fachkraft für Lagerlogistik“. 11 500 lieferbare Titel sind über die GVA abfragbar, 1,2 Millionen sind es in Deutschland. Die GVA, die heute zu den bundesweit rund 25 Verlagsauslieferern gehört, will weiter wachsen. Mit dem Bau der dritten Halle auf der Siekhöhe sollen die Außenlager in Weende im Herbst aufgelöst werden. Für Papp und Rabe steht jedoch schon jetzt fest: Auch in der neuen Halle, deren Bau mit 1 Mio. Euro veranschlagt ist, wird man bald an die räumlichen Grenzen stoßen. Da die benachbarte Trinos GmbH auch auf Expansionskurs fährt und jeden Zentimeter selbst benötigt, müssen andere Lösungen gefunden werden. Die Wirtschaftsförderung kenne das Problem. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann, der die GVA auf seiner Sommertour besuchte, sieht die Erfolgsgeschichte des Unternehmens in der zentralen Lage Göttingens begründet. „Göttingen ist ein hoch attraktiver Logistikstandort. Die Mitte zahlt sich aus“, kommentierte der Politiker.

Von Hanne-Dore Schumacher

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