Zu den immer höher verschuldeten öffentlichen Haushalten sagt er während des Stiftertags: „Das würde einem Unternehmen keine Bank finanzieren.“ Seine Forderung: Hedgefonds dürfen nur mit Eigenkapital spekulieren. Und sie müssen mit Haus und Hof für Verluste haften.
Die 150 Teilnehmer, die im Max-Planck-Institut auf dem Faßberg zusammengekommen sind, applaudieren. Auch zur Euro-Krise hat Näder klare Vorstellungen. Staaten, die die sogenannten Maastricht-Kriterien nicht erfüllten, müssten ausscheiden und eine Interimswährung einführen. Erst wenn sie ihre Finanzen wieder in Ordnung gebracht hätten, dürften sie erneut mitmachen.
Für Unternehmer sei es selbstverständlich, kranke Firmenteile auszugliedern, um sie zu sanieren. Dabei profitiere die exportorientierte deutsche Wirtschaft vom schwachen Euro. Er mache ihre Waren für den Dollar-Raum billiger. Dieser Vorteil werde aber durch die Folgen einer hohen Staatsverschuldung aufgezehrt: steigende Steuern und zunehmende Inflation.
Die eigenen Stärken steigern, zielorientiert arbeiten und sich mit anderen zusammentun, nennt der Gastreferent des Stiftertags, Andreas Niedrig, als seine Erfolgsfaktoren. Der Hochleistungssportler, der die Stifter mit seiner Lebensgeschichte „Vom Junkie zum Ironman“ bewegte, stand als 21-Jähriger vor dem Nichts. „Mit 13 Jahren hatte ich beschlossen, meinem Vater, einem Polizisten, Arbeit zu machen“, scherzt Niedrig. Um seine Heroinsucht zu finanzieren, benötigte er zum Schluss 1000 Mark am Tag. „Ich war total zielorientiert, leider in die falsche Richtung“, sagt er in Göttingen. Es sei ihm schließlich gelungen, den Hebel umzulegen. Niedrig: „Ich glaube nicht, dass man alles schaffen kann – aber fast alles. Man muss es wirklich wollen und an sich glauben.“
Von Michael Caspar
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