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Restrukturierungsplan

Rigider Sparkurs für CD-Werk in Langenhagen

Von Lars Ruzic

Stellenabbau, Lohnsenkung, Mehrarbeit: Auf die 1000 Beschäftigten im CD-Werk Langenhagen kommen harte Zeiten zu.

Der in Auflösung befindliche US-Konzern Entertainment Distribution Company Incorporated (EDCI) will in seinem letzten verbliebenen CD-Werk in Langenhagen mit eisernem Besen kehren. „Der Restrukturierungsplan sieht Stellenabbau, Lohnsenkungen und Arbeitszeitverlängerung vor“, sagte EDCI-Konzernchef Clarke Bailey in einer Telefonkonferenz. Die gut 1000 Beschäftigten in Langenhagen wurden bereits auf einer Betriebsversammlung über die Pläne informiert. Danach sollen 150 Jobs gestrichen, die Löhne um 5 Prozent gesenkt und gleichzeitig die Arbeitszeit um 2,5 auf 40 Wochenstunden erhöht werden.

Der Standort müsse durch Kostensenkungen wettbewerbsfähiger werden und sich gleichzeitig auf neue Geschäftsfelder ausrichten, sagte Werksleiter John Fitzgerald. „Wir werden EDC für die Zukunft deutlich breiter aufstellen, um die Abhängigkeit von der Musikindustrie zu reduzieren.“ Er will verstärkt für Hörbuchverlage, Softwareanbieter oder Werbeagenturen CDs oder DVDs pressen. Gleichzeitig soll der Schwerpunkt von der Produktion auf die Warenlogistik verschieben. „In der Kontraktlogistik liegen große Chancen“, sagte Fitzgerald.

Für IG-BCE-Landesbezirksleiter Ralf Becker steht dahinter „kein Restrukturierungs-, sondern ein Verbilligungskonzept“. Die Löhne der Beschäftigten lägen nach mehreren Einsparrunden bereits unter dem Tarifniveau. „Die Spirale kann sich nicht immer weiter drehen.“ Es drohe eine „Salamitaktik“, den Standort immer weiter auszuquetschen, bis man ihn komplett schließt. Betriebsratschef Uwe Rittentrop kritisierte, dass erst gespart, und dann um Kunden geworben werden solle. „Für Luftschlösser sind wir nicht zu haben.“ In der Belegschaft geht zudem die Sorge um, Fitzgerald könnte zunächst Personal abbauen, um anschließend Leiharbeiter an deren Stelle einzusetzen.

Das CD-Werk leidet nicht nur unter dem schleichenden Niedergang des Datenträgers, sondern zusätzlich unter einem Streit mit dem Hauptkunden Universal. Der hatte zuletzt auch einen Verkauf des Werks verhindert, der dringend geboten wäre, weil sich der Mutterkonzern bereits in Auflösung befindet. Im ersten Quartal sank der Absatz in Langenhagen um 22 Prozent. Das Minus konnte dabei durch Schützenhilfe aus Hannover noch etwas gemindert werden: Lena Meyer-Landruts CDs gehörten zu den Topsellern aus Langenhagen.

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