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Erste Gottesdienstordnung bereits erschienen

Ruprecht hebt „schlummernde Geschichten“


Der Göttinger Verlag Edition Ruprecht ist eine Kooperation mit der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (Selk) eingegangen. Durch die Zusammenarbeit möchte die Selk einen professionellen Rahmen für die Veröffentlichung von Büchern schaffen und Pfarrer animieren zu schreiben.

Wollen zusammen Bücher machen: Selk-Kirchenrat Michael Schätzel und die Verlegerin Reinhild Ruprecht.

© Vetter

„Können sie Latein? Was ist die Wurzel von Honorar?“ Verlegerin Reinhild Ruprecht weiß, dass die Wurzel Honor ist, die Ehre. „Die Ehre ist es, die denen gebührt, die Bücher schreiben“, so Ruprecht. Auch Gemeindepfarrer der Selk sollen durch den professionellen Rahmen, der sich durch die Kooperation bietet, animiert werden, Bücher zu schreiben. Denn „da schlummern die guten Geschichten“, ist sich Michael Schätzel, Kirchenrat der Selk sicher.

Die Verlegerin hat einen Kooperationsvertrag mit der Selk unterzeichnet. Der Wunsch der Selk, klare Verhältnisse zu schaffen, sei mit der Kooperation erfüllt worden, zeigt sich Schätzel zufrieden. Die Kirche könne von der Infrastruktur der Agentur profitieren und Ruprecht gebe Anregungen und Tipps für Geschichten.

In den letzten Jahren habe die Kirche bereits einige Bücher bei verschiedenen Verlagen drucken lassen, „was allerdings eher eine Verlegenheitslösung war“, wie Schätzel erklärt, denn die Bücher „wurden lediglich gedruckt und wir haben keine Beratung erhalten“. „Bisher sind wir die Einbahnstraße gefahren“, erklärt Schätzel, „jetzt wollen wir herausfinden ob wir etwas Massenwirksames machen können.“ Für die freikirchlich strukturierte Einrichtung sei die Kooperation ein Quantensprung, erklärt der Kirchenrat.
Bereits im Dezember 2009, kurz vor der Vertragsunterzeichnung, hat die Kooperation erste Früchte getragen. Selk und die Edition Ruprecht haben eine Agende („Gottesdienstordnung“) zur Taufe herausgegeben. Die Buchpräsentation sei eine Art „liturgischer Harry Potter“ gewesen, erklärt Schätzel. An sechs Orten bei sieben Taufen sei das Buch, eine Handlungsanweisung für Pfarrer, gleichzeitig vorgestellt worden.

Ruprecht hat die Präsentation bei einer Taufe in Berlin verfolgt, ein Vater und ein Baby wurden in die Kirche aufgenommen. Und: Weitere Agenden werden folgen, prophezeit Schätzel.

Die Zukunft der Kooperation sehen die Partner optimistisch. Ruprecht hat schon wieder neue Projekte im Kopf, die sie der Kirche vorschlagen möchte. Und Schätzel hofft, dass man mit den Veröffentlichungen „vielleicht irgendwann eine Stimme von mehreren sein kann“.

Von Tonie Lenz

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