Einbeck. 150 Studierende der Argrarwissenschaften aus Witzenhausen, Landwirte und Gärtner hatten gestern gegen 10.30 Uhr den Haupteingang des Saatzuchtunternehmens in der Grimsehlstraße blockiert. Mit Parolen gegen Gentechnik, mit Trommeln und Gesang versuchten sie, die Hauptversammlung zu stören und appellierten für eine genfreie Landwirtschaf, für „Bauernhöfe statt Agrarfabriken.“ Zuvor hatten die Demonstranten, die mit Traktoren und Anhängern, mit Eintopf und Heißgetränken zumeist aus Hessen angerückt waren, friedlich, aber lautstark vor dem KWS-Gelände protestiert. Von „Hausfriedensbruch“ sprach von dem Bussche, als die Demonstranten das Gelände besetzten und es für die Aktionäre kein Durchkommen mehr gab.
Die Polizei hat die Personalien der jungen Leute aufgenommen. „Wir behalten uns vor, Strafanzeige zu stellen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende, bevor er den Aktionären von Wachstum und Gewinn des Konzerns berichtet. Gentechnik war auch in der Hauptversammlung im Biotechnikum ein Thema. Von dem Bussche sprach von einer „Scheindiskussion“, da bereits heute 70 bis 80 Prozent der europäischen Lebensmittel mit gentechnischen Veränderungen (durch Futter etc.) in Berührung seien.
„Alle wesentlichen Kennzahlen haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt“, berichtete der Vorstand über einen „stabilen Wachstumstrend seit Jahren“. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat die KWS-Gruppe mit 60 Gesellschaften weltweit einen Umsatz von 855,4 Mio. Euro (+13%), einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 116,6 Mio. Euro (+42%), eine Umsatzrendite von 13,6 Prozent erzielt. Im Berichtsjahr investierte der Einbecker Saatgutspezialist (Mais, Zucker, Getreide, Kartoffeln) 113,2 Mio. Euro (+16%) in Forschung und Entwicklung. Die KWS beschäftigt weltweit 3560 Mitarbeiter (+2%), davon in der Konzernzentrale mehr als 1000.
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