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Hotelgewerbe

Schwarz-Gelb senkt die Mehrwertsteuer für Übernachtungen

Von Lars Ruzic

Der Hotelgast bleibt vor der Tür: Von der geplanten Senkung der Mehrwertsteuer für das Hotelgewerbe wird zumindest in Niedersachsen beim Gast wenig ankommen.
Vor allem die Geschäftshotels – hier das geschlossene Maritim in Hannover – leiden unter den Folgen der Wirtschaftskrise.

Vor allem die Geschäftshotels – hier das geschlossene Maritim in Hannover – leiden unter den Folgen der Wirtschaftskrise.

© Kleinschmidt

Die Firmen benötigten das Geld dringend für Investitionen in die Modernisierung ihrer Häuser, sagte der Präsident des Dehoga-Landesverbands, Hermann Kröger, am Mittwoch in Hannover. Viele Gasthäuser hätten dafür aufgrund schlechter Margen zuletzt kein Geld mehr übrig gehabt und seien vor allem gegenüber benachbarten Ländern ins Hintertreffen geraten. „Es dauert vier bis fünf Jahre, bis wir den Anschluss wieder gefunden haben.“

Die neue schwarz-gelbe Koalition in Berlin hatte sich auf eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie von derzeit 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von 7 Prozent geeinigt, wie er etwa auch bei Grundnahrungsmitteln erhoben wird. Die Umstellung soll zum Jahreswechsel in Kraft treten. Kröger appellierte an seine Kollegen, der Differenzbetrag dürfe nicht allein „auf dem Privatkonto des Hoteliers“ landen.

Neben dem Gasthaus selbst sollte auch die Belegschaft davon profitieren, forderte der Präsident. Der scharfe Wettbewerb in der Branche könnte zudem dafür sorgen, dass der eine oder andere am Ende auch seine neuen Spielräume für Preissenkungen nutze. Viele Unternehmer benötigten die Mehreinnahmen allerdings dringend, „um ihrer Bank überhaupt wieder in die Augen sehen zu können“. Die Wirtschaftskrise hat vor allem bei den Geschäftshotels in den Metropolen tiefe Wunden hinterlassen. In Hannover etwa klagten einzelne Häuser über Umsatzeinbrüche von 20 Prozent, berichtete Hauptgeschäftsführer Rainer Balke.

Ganz anders sieht die Situation in den touristischen Regionen Niedersachsens aus. Die Krise habe den Trend zum Urlaub im Inland verstärkt, so Kröger. Zusammen mit dem guten Wetter im Sommer habe dies für zweistellige Zuwächse auf den Nordseeinseln gesorgt. Selbst der darbende Westharz konnte zuletzt wieder zulegen. Gleichwohl schmelzen die Erträge zusammen: Gut zwei Drittel der Herbergen klagen im aktuellen Branchenbericht des Verbands über fallende Gewinne. Bei den Gastronomen sind es sogar drei von vier Befragten.

Auch deshalb fordert der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband, die Steuerlast von Kneipen und Restaurants ebenfalls zu verringern. Die sei schließlich in 21 von 27 EU-Staaten bereits der Fall. Zudem litten die Betriebe noch stärker unter der Konsumzurückhaltung. „Sie haben es nicht verdient, dass man sie im Regen stehen lässt“, sagte Kröger, der ein Hotel im ostfriesischen Esens betreibt. In dem Fall wäre er auch bereit, eine Selbstverpflichtung für die Branche zu unterschreiben, die Preissenkungen für den Verbraucher vorsieht. Ähnliche Vereinbarungen gab es zuletzt bei der Mehrwertsteuersenkung in Frankreich.

Das Gastgewerbe gehört zu den wichtigsten Arbeitgebern in Niedersachsen. Mehr als 23 000 Betriebe beschäftigen rund 120 000 Menschen und setzten zuletzt 5 Milliarden Euro um. Die Region Hannover kommt auf fast 19 000 Beschäftigte und einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.

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