Göttingen. Sie suchen zurzeit nach einem Nachmieter für die familieneigene Immobilie in der Bahnhofsallee 1c sind. Seit geraumer Zeit trage man sich mit dem Schließungsgedanken, sagte gestern im Tageblattgespräch Wolfgang Tonollo. Erste deutliche Umsatzrückgänge mussten im Zuge der Installation der Durchfahrt-Schranke für das Otto-Hahn-Zentrum hingenommen werden. Die Kunden hätten zwar weiter kostenlos vor das Geschäft fahren und dort halten können. Aber, so weiß Tonollo: „Bei vielen ist das nicht angekommen.“ Als Folge sei im April 2009 die Verkaufsfläche deutlich verkleinert worden. Von den anfangs 370 Quadratmetern, die für Presseprodukte zur Verfügung standen, habe man zwei Drittel abgegeben. Den freigewordenen Raum belegt seitdem Thomas Borchert mit seinem Geschäft für Wohn- und Badkultur „Neo-Stone“.
Früher sei „Tonollo am Bahnhof“ fußläufig auch direkt von der Groner Landstraße aus erreichbar gewesen. Auch diese Möglichkeit gebe es heute nicht mehr, bedauern die Presse-Anbieter die Entwicklung. Weitere Umsatzeinbußen und schließlich Verluste hätten die Brüder bewogen, jetzt kurzfristig die Schließung von „Tonollo am Bahnhof“ umzusetzen. Zwei der drei Mitarbeiter erhalten Auflösungsverträge, ein Mitarbeiter soll im „Pressehaus“ Beschäftigung finden.
Auf das „Pressehaus“ in der Weender Straße 44 wollen sich die Unternehmer nun konzentrieren. Wolfgang Tonollo kündigt Investitionen in sechsstelliger Höhe für den Standort in der Innenstadt an. Noch in diesem Jahr sollen Umbauarbeiten und Modernisierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden, so der Geschäftsführer vom Presse-Grosso Mitte (Joachim und Wolfgang Tonollo gehören zu den Gesellschaftern und Geschäftsführern der Presse-Grosso Mitte GmbH & Co. KG).
Zunächst jedoch sind die Geschäftsleute auf der Suche nach einem Mieter für die 150 bis 175 Quadratmeter Fläche direkt am Bahnhof. Er könne sich alles vorstellen, sagt Tonollo hinsichtlich möglicher Mieter. Man sei bereits mit Interessenten im Gespräch, habe sich aber noch nicht festgelegt. In der Immobilie der Tonollobrüder gegenüber dem Kino Cinemaxx befinden sich auch die Hertz-Autovermietung, ein italienisches Restaurant und das „Cine-Café“. Für das Café rechnet Tonollo in Kürze mit einem Betreiberwechsel. Hier kann sich der Geschäftsmann auch eine Zusammenlegung und damit eine mögliche Vergrößerung der Flächen für den neuen Mieter vorstellen.
In den vergangenen Jahren hat sich das Familienunternehmen von mehreren Standorten getrennt. So wurde das „Presse-Zentrum“ in der Weender Straße 81 vor mehr als zwei Jahren geschlossen. Auch die Filiale im Erweiterungsbau des Kaufparks Göttingen gibt es nicht mehr.
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