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Aus der Krise

Wirtschaft in Niedersachsen erholt sich


Die Unternehmen in Niedersachsen erholen sich nach dem Ende der Talfahrt zunehmend von der schweren Wirtschaftskrise. Der Aufwärtstrend setzte sich im dritten Quartal fort.
Das Gebäude der Industrie- und Handelskammer am Schiffgraben

Das Gebäude der Industrie- und Handelskammer am Schiffgraben

© Franz Fender

„Wir gehen mit einem gehörigen Schwung in die Erholungsphase“, sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Hannover, Wilfried Prewo, am Freitag. Vor allem der Export ziehe wieder an.

Der Konjunkturklimaindikator der Industrie- und Handelskammern (IHK) stieg im dritten Quartal von 82 auf 92 Punkte. Seinen Tiefpunkt hatte er im ersten Quartal dieses Jahres mit 69 Punkten erreicht.

Prewo rechnet für das kommende Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. Voraussetzung sei aber, dass es keine Kreditklemme gebe. Forschungsinstitute dagegen sind bei der Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im kommenden Jahr pessimistischer.

Als entscheidende Frage, wie stark der Aufschwung ausfalle, bezeichnete Prewo die Kreditversorgung der Unternehmen. Laut Umfrage unter 1500 Betrieben wurden zwar nur bei zwei Prozent der Firmen Kredite nicht verlängert oder abgelehnt. 22 Prozent der Unternehmen aber klagten über schlechtere Konditionen - zum Beispiel höhere Zinsen oder höhere Anforderungen an die Sicherheiten. Insofern sei der Zugang zu Krediten erschwert und verteuert, sagte Prewo. Wenn sich die Investitionsnachfrage wieder belebe und der Zugang zu Krediten dann noch erschwert bleiben sollte, wäre dies eine „gravierende Gefahr“ für den Aufschwung. Aktuell verzeichnen laut Umfrage 19 Prozent der Firmen eine gute Geschäftslage - in den Vorquartalen waren es 14 Prozent. Jeder vierte Betrieb rechnet damit, dass sich die Geschäftslage in den kommenden Monaten verbessert, im zweiten Quartal waren es nur 16 Prozent. Besonders stark fiel die Erholung in der Industrie, der Bauwirtschaft sowie im Einzelhandel aus. Die Exportnachfrage habe sich weiter erholt, vor allem wegen Bestellungen aus Asien.

Noch aber klagten ein Drittel der Unternehmen über eine schlechte Geschäftslage. Die Firmen seien zudem weiterhin zurückhaltend bei Investitionen.

Die Beschäftigungslage in den Firmen sei weiterhin robust. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch nach dem Auslaufen der Kurzarbeiterregelung katastrophal verschlechtere. Dies stütze den privaten Konsum.

Um ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu erreichen, sprach sich Prewo für eine Vereinfachung des Steuersystems sowie Steuersenkungen aus. Zudem komme es darauf an, ob der Staat seine hohe Verschuldung verringere und es der Europäischen Zentralbank gelinge, die latente Inflationsgefahr zu bannen.

lni

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