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12:47 29.06.2018
Weltraum-Roboter Cimon. Quelle: dpa
Cape Canaveral

Alexander Gerst bekommt Besuch auf der Internationalen Raumstation (ISS). Am Freitag startete die SpaceX-Dragon-Kapsel auf einer Falcon 9 ins All. Wenn sie am Montag an der ISS eintrifft, müssen die Astronauten das Raumschiff einfangen. Für die Dragon ist es bereits der zweite Trip zur Station, auch die erste Raketenstufe der Falcon 9 wurde bereits bei einer anderen Mission genutzt. Der Raumfrachter bringt 2700 Kilogramm Verpflegung und wissenschaftliche Experimente zur ISS. Dabei ist auch ein neuer Mitbewohner: Cimon, ein intelligenter Astronautenassistent.

Cimon – ein fliegendes Gehirn

Cimon, das steht für Crew Interactive Mobile Companion. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beschreibt die künstliche Intelligenz als eine Art „fliegendes Gehirn“. Der Roboter ist rund, wiegt etwa fünf Kilogramm und ist etwas größer als ein Fußball. Er könne sprechen, hören, sehen und verstehen, erklärt das DLR. Entwickelt und gebaut wurde er unter anderem vom DLR, IBM, Airbus und der Ludwigs-Maximilians-Universität München.

Auf der ISS sollen Cimon und Gerst drei Mal zusammen arbeiten. Bei einem Experiment dient Cimon als Kamera. Gleichzeitig ist der Einsatz auch ein Test für Cimon – wie nützlich sind solche Roboter, erleichtern sie wirklich die Arbeit der Astronauten?

Ein Pflanzen-Fiebermesser aus dem All

Die Dragon bringt außerdem das Messgerät „Ecostress“ zur ISS, das außen an der Raumstation befestigt werden soll, wie die NASA mitteilte. Das System werde die bislang genauesten Temperaturbilder der Erdoberfläche liefern und so den Zustand von Pflanzen auf der Erde ermitteln. Die Auflösung sei so hoch, dass ein einzelnes landwirtschaftliches Feld erfasst werden könne.

Denn von der Temperatur kann man Rückschlüsse auf die Gesundheit der Pflanzen ziehen. Wenn die Sonne Pflanzen erhitzt, geben sie Wasser durch Poren in ihren Blättern ab – und kühlen sich auf diese Weise. Haben sie nicht genug Wasser, schließen sie die Poren – und heizen sich auf. Mit geschlossenen Poren können sie weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen, dass sie zur Bildung von Zuckern brauchen. Die Forscher wollen unter anderem verstehen, wie Wasserknappheit die Pflanzen beeinflusst.

Experimente sind ein wichtiger Bestandteil im Astronauten-Alltag. In seinen ersten Wochen auf der ISS hat Alexander Gerst zum Beispiel an einem Experiment teilgenommen, das herausfinden will, welchen Einfluss unter anderem die Gravitation auf die Augen-Hand-Koordination hat.

Von Anna Schughart/dpa/RND

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