Eckart Pottebaum
Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?
Als ich 1987 mein Studium aufnahm, gab es bundesweit nur sieben Universitäten, die Agrarwissenschaften als Studiengang anboten. Für die von mir angestrebte Fachrichtung Ökonomie war und ist die Georgia Augusta die Universität mit dem besten Ruf. Als Reiz hinzu kam die Stadt mit Ihrem enormen studentischen Flair, das ich bei Besuchen ehemaliger Mitschüler, die bereits in Göttingen studierten, kennen gelernt hatte.
Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an … ganz viele Dinge, die ich mit dieser Stadt verbinde: Meine gesamte Studienzeit mit vielen Erlebnissen und Anregungen, die Wochenendtouren nach Hemeln, spontane Skinachmittage im Harz, das Gänseliesel, die Nikolaus-Partys im ZHG und vor allem viele Freundschaften, die in Göttingen entstanden sind.
Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?
Ohne Zweifel ist mir die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze (kurz nach meinem Vordiplom) in besonderer Erinnerung geblieben. Ich war dabei, als im nahen Vogelsang der Grenzzaun abgeräumt wurde. Es war beeindruckend, mitten unter so vielen glücklichen Menschen zu sein. Diesen Tag und die anschließende Zeit völlig überfüllter Geschäfte werde ich nie vergessen.
Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?
Meine Lieblingslokale waren Mutter Jütte in Bremke und die Gartenlaube am alten Rathaus. In beiden Betrieben habe ich über viele Jahre als Student gearbeitet, was mich nicht davon abhielt, dort auch Stammgast zu sein! Beide gehören auch heute noch zu meinen Lieblingslokalen in der Region. Mein Lieblingsort in Göttingen war die Schillerwiese.
Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt? Am meisten hat mich Prof. Manfred Köhne geprägt, indem er den Blick seiner Studenten bis über den Tellerrand des modernen landwirtschaftlichen Betriebes hinaus geschärft hat. Das Leitbild des Landwirtes als Unternehmer im ländlichen Raum stand hierbei im Vordergrund.
Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten? Im Sommer: Weender Freibad, im Winter: Squash im Maschmühlenweg.
Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten? Vom Grundsatz her würde ich wieder Agrarökonomie studieren, da der Studiengang umfassende betriebs- und volkswirtschaftliche Inhalte vermittelt, die nicht ausnahmslos auf die Landwirtschaft sowie ihre vor- und nachgelagerten Bereiche anwendbar sind. Agrarökonomen sind damit sehr gut qualifiziert, im Bedarfsfall auch außerhalb des Agrarsektors. Dies ist am heutigen Arbeitsmarkt ein großer Vorteil.
Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto? Carpe Diem – nutze den Tag!
Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen? Meine Studentenwohnung im Schlagenweg 1, in der ich über sechs Jahre gelebt habe.
Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende? Nutzen Sie die Zeit, sich parallel zum Studium möglichst gut zu qualifizieren, egal ob durch Praktika oder erste Tätigkeiten als Werkstudent in der vorlesungsfreien Zeit. Besonders bei den ersten Bewerbungen nach dem Studium entscheiden häufig die Dinge, die nicht im Abschlusszeugnis der Uni stehen. Gleichwohl rate ich auch jedem Studierenden, die Zeit zu genießen – sie kommt nicht wieder!