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Gunter Dueck

Mit Blitzschach Gehirn gereinigt

3000 Mitglieder hat der Verein der Ehemaligen der Georg-August-Universität, hunderttausende Alumni leben in aller Welt. Die Tageblatt-Redaktion befragt in Zusammenarbeit mit der Universität 100 bekannte frühere Studierende nach ihren Erinnerungen an ihre Studienzeit. Heute: Prof. Gunter Dueck.

Mit Blitzschach Gehirn gereinigt

© EF
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Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?
Ich stamme vom Bauernhof in Groß Himstedt bei Hildesheim, da „musste“ man in Göttingen studieren. Ich wollte Mathematik studieren, da war Göttingen fachlich klar die erste Wahl. Und ich wollte unbedingt Wirtschaft als Nebenfach oder als zweites Hauptfach studieren. Das ging damals nur an vier Unis in Deutschland, darunter Göttingen.
Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an …
… den Nörgelbuff, „Göttinger Ekelpils“ (sorry, sagte man damals liebevoll), meine Vermieterin Frau Zuse, die Diskussionsabende beim Ehepaar Caspari, die Wohnzimmeratmosphäre im Statistikinstitut in der Lotzestraße, wo man bei Kaffee wild über Mathematik diskutierte.
Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?
Ich habe meine heutige Frau Monika hier kennen gelernt: einige Mathematiker hörten Musikvorlesungen als Studium Generale, ich machte dort sogar Scheine in Kontrapunkt und Harmonielehre, ohne ein Instrument zu spielen. Da waren auch einige Studentinnen vom Bibliothekars-Lehrinstitut…
Was war Ihr Lieblingslokal in Göttingen?


Potis zum „Juwezi-Essen“.

Zur Person 

Gunter Dueck, geboren 1951 in Hildesheim, ist heute Cheftechnologe bei der International Business Machines Corporation (IBM) Deutschland, und Schriftsteller. Er studierte 1971 bis 1975 Mathematik und Betriebswirtschaftslehre in Göttingen ging dann nach Bielefeld. Nach der Promotion 1977 und Habilitation 1981 war er fünf Jahre Professor für Mathematik an der Universität Bielefeld. 1987 wechselte er als Forscher zum wissenschaftlichen Zentrum der IBM. Dueck ist IEEE Fellow, Mitglied der IBM Academy of Technology und korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Zudem hat er mehrere Bücher verfasst. Dueck ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?
Anfangs Ulrich Krengel vom Statistikinstitut, später mein Doktorvater Rudolf Ahlswede, der dort als Gastwissenschaftler sehr belebend wirkte.
Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?
Außer Monika – ja was? Wir haben natürlich nicht nur diskutiert und Kaffee getrunken, sondern viel, viel Zeit mit Blitzschach im Institut verbracht. Ich sage nicht: vertan. Blitzschach oder Flippern reinigen das Gehirn und setzen es wieder auf Null zurück.
Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?
Ich wollte mit 19 Jahren im tiefsten Herzen eigentlich Dichter werden, aber das traute ich mich nicht einmal zu Hause zu verraten.
Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?
„Früher oder später kriegen wir euch alle!“ Das ist vor Urzeiten eine Danone-Werbung für Joghurt gewesen. So stelle ich mir vor, dass ich beharrlich, optimistisch und auch ein bisschen kämpferisch alles irgendwann schaffe.
Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?
Stegemühlenweg 53, wo ich die acht Semester lang wohnte.
Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?
An der Uni Göttingen habe ich in Mathe keine einzige schlechte Vorlesung gehört. Eine solche Kultur unter Hochschullehrern habe ich später anderswo nicht mehr so kennen gelernt. Die ist so wichtig!


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