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12:13 16.04.2019
Wer falsch mit Kontaktlinsen umgeht, riskiert Augen-Infektionen. Quelle: Daniel Reinhardt/dpa
Hannover

Kontaktlinsen bringen viele Vorteilen mit sich: Im Gegensatz zu Brillen schränken sie beim Sport nicht die Bewegungsfreiheit ein und beim Kochen beschlagen sie sich nicht. Jedoch sind die Linsen nicht für jede Situation geeignet: Wer seine Kontaktlinsen nicht nach Gebrauchsanweisung trägt und pflegt, riskiert Reizungen und Infektionen der Augen. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wann Kontaktlinsen lieber nicht getragen werden sollten und wie man sie (nicht) reinigt.

Häufiger Fehler: Kontaktlinsen länger tragen, als vorgegeben

Egal ob Tages-, Monats, oder harte Linsen: Alle Kontaktlinsen haben eine Tragedauer, die man unbedingt einhalten sollte. Wer sie länger als empfohlen trägt, riskiert Augenreizungen bis hin zu einer Hornhautentzündung. Wenn Rötungen oder Schmerzen auftreten, obwohl die Kontaktlinsen noch innerhalb ihres Trageintervalls getragen werden, sollten sie ebenfalls rausgenommen werden, betont der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Außerdem ist auf die Mindesthaltbarkeit der Linsen zu achten: Besonders bei Menschen, die nur gelegentlich Kontaktlinsen tragen, laufen die übrigen Linsen gerne mal ab. Dann ist nicht mehr garantiert, dass die Pufferlösung noch steril ist.

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Mit Kontaktlinsen einzuschlafen, erhöht das Infektionsrisiko

Die Augen brauchen täglich eine Auszeit von den Kontaktlinsen – gerade beim Schlafen sollte man ihnen diese Zeit gönnen. Wer morgens nach einer Nacht mit Linsen aufwacht, hat oft auch mit brennenden Augen zu kämpfen. Und das ist noch eine der milderen Folgen: Laut einer US-amerikanischen Studie, erhöht sich die Infektionsgefahr um das sechs- bis achtfache, wenn man mit Kontaktlinsen schläft, schreiben die Mediziner Jon Femling und Justin Baca in einem Bericht. Demnach steigere bereits ein Nickerchen das Risiko einer Hornhautentzündung. In Ausnahmefällen und nach Absprache mit einem Augenarzt dürfen aber Linsen mit sehr hoher Sauerstoffdurchlässigkeit – beispielsweise Silikon-Hydrogel-Linsen – über Nacht im Auge bleiben, heißt es beim BVA.

Kontaktlinse nach Sport und Schwimmen desinfizieren

Kontaktlinsen sind bei Sportlern sehr beliebt, da sie im Gegensatz zu Brillen nicht stören oder Bewegungsabläufe behindern. Dennoch ist auch hier Vorsicht geboten: Aufgrund des hohen Energieverbrauchs der Hornhaut beim Sport haften Linsen wie eine zweite Haut – und so kann es zu verstärkten Ablagerungen kommen, warnt der BVA. Bei Ausdauer-Sportarten sollten die Kontaktlinsen also am besten sauerstoffdurchlässig sein und eine gute Passform und Beweglichkeit haben.

Beim Schwimmen sollte aus hygienischen Gründen eine Schwimmbrille getragen werden. Denn gerade im Schwimmbad ist die Gefahr größer, dass Keime und Bakterien ins Auge gelangen. In jedem Fall sollten Linsen laut BVA nach dem Schwimmen und dem Sport entfernt und gründlich gereinigt werden. Tipp: Problemloser ist es mit Tageslinsen, da diese nach dem Gebrauch weggeschmissen werden und beim nächsten Mal durch neue, sterile ersetzt werden.

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Kontaktlinsen nicht mit Leitungswasser reinigen

„Es genügt nicht, die Linsen nur von oberflächlichen Ablagerungen aus der Umwelt oder Stoffen aus dem Tränenfilm zu säubern“, schreibt der BVA. Kontaktlinsen müssen von krankheitserregenden Keimen befreit werden – und das gelingt nur mit einer Desinfektionslösung. Leistungswasser hat bei Reinigung nichts zu suchen, da es Kalk und Keime enthalten kann, die sich auf den Linsen festsetzen und zu Infektionen führen können.

Brille immer für Notfälle mitnehmen

Gerade Menschen mit sehr schwacher Sehstärke sollten immer eine Notfall-Brille dabei haben. Beispielsweise bei längeren Autofahrten kann es durchaus passieren, dass die Kontaktlinsen durch die Klimaanlage oder ein laufendes Gebläse austrocknen, so der BVA. Bei diesen Bedingungen kann sich Belag bilden, der die Sicht trübt. In solchen Fällen gilt: Parkplatz suchen, Kontaktlinsen entfernen und Brille aufsetzen. Wer die Kontaktlinsen unbedingt weitertragen will, kann versuchen die Linsen mit Reinigungslösung (und gewaschenen Händen!) zu säubern und sie wieder einzusetzen. Bleibt die getrübte Sicht oder treten andere Beschwerden auf, sollte aber besser die Brille getragen werden.

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Make-Up kann sich auf Kontaktlinse festsetzen

Wer Kontaktlinsen trägt, sollte einen Bogen um krümeliges Make-Up oder Puder-Lidschatten machen. Das kann schlimmstenfalls ins Auge gelangen, wenn es sich auf der Kontaktlinse festsetzt. Das behindert nicht nur die Sicht, sondern kann auch zu Reizungen führen. Dann ist es wichtig, die Linse sofort rauszunehmen und zu reinigen. Wichtig: Kontaktlinsen sollten immer eingesetzt werden, bevor man das Make-Up aufträgt, betont der BVA. Für Kontaktlinsenträger sind cremiger Lidschatten oder ein wasserlöslicher Kajalstift gut geeignet. Dabei sollte das Make-Up aber nicht auf die Lidkanten, sondern außerhalb der Wimpernreihe aufgetragen werden.

Von RND/bk

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