Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Wissen Was ist Halloween und ist der 31. Oktober ein Feiertag?
Nachrichten Wissen Was ist Halloween und ist der 31. Oktober ein Feiertag?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:08 30.10.2018
Halloween ist die Zeit gruseliger Kostüme und geschnitzter Kürbisse – aber woher kommt der Brauch eigentlich? Quelle: action press
Hannover

In Deutschland hat sich Halloween mittlerweile als festes jährliches Event etabliert, bei dem nicht nur gruselige Verkleidungen, sondern auch Süßigkeiten und gemeinsames Feiern im Mittelpunkt stehen. Die tatsächlichen Ursprünge und Hintergründe Halloweens sind dabei nur wenigen bekannt – erfahren Sie hier, wieso wir Halloween feiern und ob es sich um einen Feiertag handelt.

Was ist Halloween?

Halloween ist ein Fest, das auf verschiedenen Volksbräuchen basiert. Heute ist es Anlass dafür, dass sich sowohl Kinder als auch Erwachsene am 31. Oktober als Ungeheuer, Hexen, Vampire und vieles mehr verkleiden. Fest verknüpft mit Halloween ist der Brauch „Trick or Treat“, bei dem Kinder abends in der Nachbarschaft von Haus zu Haus ziehen und Süßigkeiten sammeln. An Halloween stellt zudem die gruselige Dekoration des eigenen Hauses einen wesentlichen Teil des Festes dar, ebenso wie die zahlreichen nächtlichen Halloween-Partys.

Wann ist Halloween?

Halloween findet am 31. Oktober 2018, einem Mittwoch, statt und reicht bis in den 01. November 2018 hinein. In Deutschland findet Halloween in diesem Jahr zeitgleich mit dem Reformationstag statt und ist daher ein Feiertag in einigen Bundesländern. Da er sich andererseits aber auch mit Allerheiligen überschneidet, müssen in bestimmten Bundesländern auch spezielle Ruhezeiten beachtet werden.

Woher kommt Halloween? Herkunft und Geschichte

Die ersten Wurzeln und Ursprünge von Halloween lassen sich heute schwer nachweisen, denn das heutige Fest setzt sich aus zahlreichen christlichen und heidnischen Einflüssen zusammen. In den USA kamen weitere modernere Halloween-Rituale hinzu.

Nach Amerika gelangte Halloween über irische Einwanderer um 1830 – während das Fest in den USA immer beliebter wurde, geriet es in Europa nahezu in Vergessenheit. Ursprünglich scheinen die ersten Halloween-Bräuche jedoch von den Kelten zu stammen, die zu Ehren des Totengottes ein jährliches Fest namens Samhain zu Beginn der dunklen Jahreszeit abhielten. Sie glaubten daran, dass böse Geister, Dämonen und Verstorbene während dieser Zeit aus dem Totenreich in die irdische Welt gelangen konnten. Diese konnten mit Feuer vertrieben werden. Um selbst nicht erkannt zu werden, hüllten sich die Kelten in Verkleidungen.

Berücksichtigt man den Namen „Halloween“, kommt aber auch eine andere Theorie in Frage: Denn Halloween leitet sich ab von „All Hallows’ Eve“, was den Vorabend von Allerheiligen bezeichnet, also ein christliches Fest.

Ist Halloween ein Feiertag in Deutschland?

Nein, in Deutschland ist Halloween kein gesetzlicher Feiertag. Trotzdem haben einige Bundesländer am 31. Oktober frei, denn Halloween überschneidet sich mit dem Reformationstag. Dieser wiederum ist ein gesetzlicher Feiertag in derzeit neun Bundesländern. Zu diesen gehören:

• Brandenburg

• Bremen

• Hamburg

• Mecklenburg-Vorpommern

• Niedersachsen

• Sachsen

• Sachsen-Anhalt

• Schleswig-Holstein

• Thüringen

In den eher katholisch geprägten Bundesländern ist der Reformationstag kein Feiertag, dementsprechend haben die dortigen Bewohner an Halloween keinen freien Tag. Darunter fallen:

• Baden-Württemberg

• Bayern

• Nordrhein-Westfalen

• Rheinland-Pfalz

• Saarland

Für diese fünf Bundesländer gibt es dafür jedoch einen freien Tag am darauffolgenden 1. November, an Allerheiligen. Diesen gesetzlichen Feiertag gibt es hingegen nicht in den protestantischen Bundesländern.

Halloween und Allerheiligen: Wie lange darf man an Halloween feiern?

Allerheiligen am 1. November hat Auswirkungen auf die Halloween-Partys am Vorabend. Denn Allerheiligen ist ein sogenannter „Stiller Feiertag“ – und beendet als solcher auch die meisten Halloween-Partys in den katholisch geprägten Bundesländern. Die Regelungen sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen sind öffentliche Tanzveranstaltungen und laute Musik in Kneipen und Discos beispielsweise von 5 bis 18 Uhr verboten. Nächtliche Halloween-Partys enden demnach spätestens um 5 Uhr morgens.

Wann wird an Halloween gesammelt und geklingelt?

An Halloween gilt wie auch an anderen Tagen das Jugendschutzgesetz. Das bedeutet, dass es Sache der Eltern ist, wie lange sie ihre Kinder um die Häuser ziehen lassen – an bestimmten Orten wie etwa Jugendtreffs oder Vereinen dürfen Kinder unter 14 Jahren jedoch nur bis 22 Uhr bleiben. Auch bezüglich der Haftung, etwa bei Halloween-Streichen, stehen Eltern in der Pflicht. Was es diesbezüglich zu beachten gibt, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wer gut vorbereitet sein möchte auf klingelnde Gespenster und Monster, sollte mit diesen zwischen 18 und 21 Uhr rechnen, da die Kids meist erst bei Einbruch der Dunkelheit losgehen und in der Regel nicht bis spät in die Nacht unterwegs sind.

Als was verkleidet man sich an Halloween?

Heute sind die Verkleidungsbräuche zu Halloween sehr unterschiedlich. So sind es keineswegs mehr nur gruselige Verkleidungen wie Monster, Geister oder Hexen, sondern genauso Superhelden, Polizei und Feuerwehr und vieles mehr.

Warum gibt es an Halloween Kürbisse?

Der ausgehöhlte Kürbis zählt zu den wohl bekanntesten Halloween-Bräuchen, er wird auch als Jack O’Lantern bezeichnet. Der Brauch geht zurück auf die Gestalt des Jack Oldfield, der einen Pakt mit dem Teufel abschließt und fortan mit einer beleuchteten Rübe zwischen den Welten umherziehen muss. Schon in irischen Bräuchen war die leuchtende Rübe bekannt, in Nordamerika wurde sie jedoch durch den größeren und gängigeren Kürbis ersetzt. Verziert werden die Kürbisse traditionell mit gruseligen Grimassen, um böse Geister zu vertreiben.

Hat Halloween etwas mit der Kirche zu tun?

Halloween und die zeitgleich stattfindenden kirchlichen Feiertage stehen in Konflikt miteinander. Während Allerheiligen beispielsweise eigentlich als „stiller Feiertag“ zelebriert wird, stehen dem die lauten Partys am Abend entgegen. Da Halloween allerdings insbesondere bei jungen Menschen zu einem festen Ritual geworden ist, greifen viele Kirchengemeinden das Thema auf, um eine Brücke zu ihren Feiertagen zu schlagen.

Von RND/do

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!