Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Wie wäre es mit einer Stop-Doing-Liste

Auf der Couch – der Expertentipp Wie wäre es mit einer Stop-Doing-Liste

Etliche Mitarbeiter versklaven sich durch ein Blatt Papier: die To-Do-Liste. Dort stauen sich die unerledigten Vorgänge in bedrohlicher Länge. Sobald eine alte Aufgabe vom Tisch ist, scheinen zwei neue nachzurücken. Die Liste wird immer länger, der Spielraum im Arbeitsalltag immer enger.

Voriger Artikel
Hamburger Röntgenlaser doppelt so teuer wie die „Elphi“
Nächster Artikel
Das ändert sich im Mutterschutzgesetz

Martin Wehrle ist Karrierecoach und Bestsellerautor, sein neues Buch heißt „Der Klügere denkt nach – Von der Kunst, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein“ (Mosaik, 2017).

Quelle: gpt

Hannover. Obwohl die meisten To-do-Listen niemals abgearbeitet werden, geht die Arbeitswelt erstaunlicherweise nicht unter, Wirkung entfalten sie nur an einem Ort: im Kopf des Mitarbeiters. Ständig denkt er an all die „offenen Aufgaben“, ständig wirft er sich Versäumnisse vor.

Warum eigentlich? Klug wäre es, der To-do-Liste einen praktischen Zwilling an die Seite zu stellen: die Stop-doing-Liste. Hier wird aufgelistet, welche Aufgaben überflüssig sind und folglich nicht mehr getan werden sollten. Wer seine Selbstorganisation verbessern will, muss vor allem eines lernen: sich zu konzentrieren. Das bedeutet nicht nur, alles Wichtige zu tun – das bedeutet auch, alles Unwichtige zu lassen. Denn gerade das Lassen schafft Raum fürs wirklich Wesentliche.

Was wirklich wichtig ist, tun wir meist von allein

Der einfachste Weg, eine Stop-doing-Liste anzulegen: Schauen Sie Ihre To-Do-Liste durch. Welche Aufgaben sind schon seit einer halben Ewigkeit gelistet, aber immer noch nicht erledigt? Ist es wirklich nötig, dass Sie eine Dienstreise zu einem Kunden unternehmen, mit dem Sie regelmäßig telefonieren? Muss diese Fortbildung in dem neuen Computerprogramm sein, obwohl sie es sich mittlerweile selbst beigebracht haben? Braucht es lange Ketten von Auswertungen, obwohl Ihnen Stichproben eine gute Orientierung geben? Und weshalb kontrollieren Sie eigentlich immer noch eine Routinearbeit, die sie schon seit Jahren delegieren, ohne dass je ein Fehler passiert wäre?

Was wirklich wichtig ist, tun wir meist von allein, ohne dass uns eine Liste daran erinnert. Was dagegen auf einer To-do-Liste landet, sind oft Aufgaben geringer Wichtigkeit, die aber zu wichtig genommen werden. Ich wette: Zwei von drei Vorgängen werden sich auf Ihre Stop-Doing-Liste verschieben lassen.

Woran wird mein Arbeitserfolg gemessen?

Im zweiten Schritt können Sie sich die Frage stellen: An welchen drei Aufgaben wird mein Arbeitserfolg gemessen, was ist wirklich wichtig? Die Antwort verrät Ihnen zugleich, wie viele Tätigkeiten weniger wichtig sind. Notieren Sie die wichtigsten Tätigkeiten in einer möglichst langen Liste, gerne bis Rang 30. Und dann stellen Sie sich eine kühne Frage: Wenn Tätigkeiten meinen Erfolg so wenig unterstützen (wie zwischen Rang 20 und 30) – warum lasse ich sie dann nicht einfach bleiben? Merkt das überhaupt jemand? Oder könnte ich diese Tätigkeiten an einen anderen delegieren?

Im dritten Schritt beziehen Sie die Frage auf Ihre Firma: Was könnte Ihr Unternehmen lassen, ohne damit Gewinn einzubüßen? Die meisten Firmen sind Profis im Verzetteln. Über ein Kerngeschäft verdienen sie ihr Geld – und über Nebengeschäfte und Formalien verschwenden sie Energie und mindern die Motivation ihrer Mitarbeiter. Machen Sie Vorschläge, was Ihre Firma tun könnte, um konsequenter ihr Kerngeschäft zu verfolgen. Oder regen Sie ein Meeting zu dem Thema an: „Was muss unsere Abteilung ab morgen nicht mehr tun?“ Es könnte das erste Meeting werden, bei dem alle hellwach sind.

Konzentriertes Arbeiten bringt, was zerstreutes Arbeiten kostet: einen maximalen Erfolg.

Von Martin Wehrle/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wissen
Anschläge in Paris

©dpa