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Psychologie

Mobbingopfer sollten Angriffe nicht persönlich nehmen


Gemobbte sollten sich nicht in die Opferrolle fügen - sondern das Gespräch mit dem Gegenüber suchen, rät Professor Wolfgang Gaebel. Er ermahnt Betroffene, Bemerkungen nicht persönlich zu nehmen. Die Ursache des Mobbings seien oft eigene Probleme des Mobbenden.
Beim Mobbing nicht in die Opferrolle einfügen - rät Professor Wolfgang Gaebel.

Beim Mobbing nicht in die Opferrolle einfügen - rät Professor Wolfgang Gaebel.

© dpa

Wer sich am Arbeitsplatz gemobbt fühlt, sollte darüber nicht einfach hinwegsehen. Besser ist es, den oder die betreffenden Kollegen direkt anzusprechen - idealerweise zunächst unter vier Augen, rät Prof. Wolfgang Gaebel von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde in Berlin. Das Gespräch unter vier Augen gebe dem Mobber die Chance, einzulenken und trotzdem das Gesicht zu wahren.

Zwar kostet es Überwindung, das Gespräch zu suchen. Andauerndes Mobbing zermürbt aber, warnt Gaebel. Wer es still über sich ergehen lässt, wird innerlich immer angespannter und hilfloser. Betroffene sollten sich auch fragen, warum sie sich bestimmte Dinge so zu Herzen nehmen und ob sie besonders sensibel für Konflikte und Herabsetzungen sind.

Gaebel rät außerdem, der Ursache für das Mobbing auf den Grund zu gehen. Oftmals richtet sich der Ärger des Verursachers eigentlich gegen den Chef, den Betrieb oder die eigene Lebenssituation, der Gemobbte ist nur ein „Ersatzziel“. Diese Erkenntnis löst den Konflikt zwar nicht, aber sie trägt dazu bei, sich weniger persönlich bedroht zu fühlen.

Mobbing kann zu Kopfschmerzen, Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich oder dem Herz-Kreislauf-System sowie zu Depressionen und Arbeitsunfähigkeit führen. Im schlimmsten Fall kann es Selbsttötungen nach sich ziehen.

dpa

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  • Mobbingopfer sollten Angriffe nicht persönlich nehmen C. Kreter – 01.09.10
    Die Erkenntnis, dass Gemobbte nicht das eigentliche Ziel von Mobbern sind, ist ja hinlänglich bekannt, ebenso der Ratschlag von Psychologen, Angriffe nicht persönlich zu nehmen.
    Am Arbeitsplatz nützen diese Theorien jedoch herzlich wenig, denn ebenso ist bekannt, dass Gemobbte keine wirkliche Chance haben, gegen Mobber anzukommen. Denn die rotten sich einvernehmlich zusammen, agieren mit unfairen Mitteln, verbreiten ungeprüfte Vorwürfe und grenzen den Gemobbten durch soziale Isolation ab.
    Wie denn bitte soll der Gemobbte das nicht persönlich nehmen - es trifft ihn schließlich persönlich. Ohne klare Abgrenzung, Aufklärung der Angriffe und Vorwürfe auf der sachlichen - nicht emotionalen!- Ebene wird sich die Arbeitssituation nicht von einem Gegeneinander zu einem Miteinander verändern. Dazu allerdings bedarf es auch die beidseitige Bereitschaft, die der Mobber und des Gemobbten.
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