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Raumfahrt

Russland plant Mondlandung für 2020


Ungeachtet von Pannen treibt Russland seine ehrgeizigen Raumfahrtpläne voran: 2020 soll ein Kosmonaut auf dem Mond stehen. Der aktuelle Zeitplan der Raumfahrtnation gerät allerdings wegen eines technischen Defekts erneut durcheinander.
Vor der geplanten Mondlandung will Russland zwei Sonden zum Mond schicken.

Vor der geplanten Mondlandung will Russland zwei Sonden zum Mond schicken – hier ein Blick auf die Rückseite des Erdtrabanten.

© dpa

Moskau. Erstmals soll 2020 ein russischer Kosmonaut den Mond betreten und dort den Aufbau einer bewohnbaren Basis vorbereiten. Zuvor werden zwei russische Raumsonden auf dem Erdtrabanten landen, wie der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos in Moskau, Wladimir Popowkin, am Donnerstag dem Radiosender Echo Moskwy sagte. Roskosmos und die US-Weltraumbehörde Nasa vereinbarten unterdessen, den wegen einer defekten Sojus-Landekapsel verschobenen Start von drei Raumfahrern zur Internationalen Raumstation ISS um rund sechs Wochen auf den 15. Mai zu verschieben.

Die russischen Kosmonauten Gennadi Padalka und Sergej Rewin sowie der US-Astronaut Joseph Acaba würden dann mit einer neuen Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abheben, sagte der Chef des Roskosmos-Programms für bemannte Raumflüge, Alexej Krasnow, der Agentur Interfax in Moskau. Der Start war ursprünglich für den 30. März vorgesehen.

Drei der sechs Crew-Mitglieder, die derzeit auf der ISS arbeiten, müssten wegen der Panne bis Ende April statt wie bislang geplant bis Mitte März auf dem Außenposten der Menschheit bleiben, sagte Krasnow. Roskosmos hatte zuletzt mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen.
Von Rückschlägen wie dem Verlust der Marsmond-Sonde „Phobos-Grunt“ im Januar wolle sich die russische Raumfahrt nicht aufhalten lassen, kündigte Roskosmos-Chef Popowkin an. „Die Forschung ist reif, den Mond zu nutzen.“

Das spektakuläre Isolationsexperiment Mars500 soll an Bord der Internationalen Raumstation ISS wiederholt werden, betonte Popowkin. „Wir verhandeln bereits mit der US-Behörde Nasa und der Europäischen Raumfahrtagentur Esa über einen solchen Versuch in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde.“ Bei der Studie Mars500 hatten sechs Männer 2010/11 insgesamt 520 Tage lang in einem nachgebauten Raumschiff in Moskau einen Mars-Flug simuliert.

dpa

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