„Diese Super-Erde bietet gute Voraussetzungen für die Existenz von flüssigem Wasser und von Leben, wie es auch auf der Erde vorkommt“, erklärt einer der Leiter der Studie, Dr. Guillem Anglada-Escudé von der Universität Göttingen.
Die Wissenschaftler der Universität Göttingen und der Carnegie Institution for Science in Washington (USA) haben festgestellt, dass die Super-Erde von dem Zwergstern, den sie umkreist, etwa ein Zehntel weniger Licht erhält als unsere Erde von der Sonne. Da ein großer Teil dieses Lichts aber im infraroten Bereich liegt, kann der Planet insgesamt etwa genauso viel Energie aufnehmen wie unsere Erde. Der Zwergstern weist im Gegensatz zu unserer Sonne kaum metallische Elemente auf. „Unsere Entdeckung zeigt, dass bewohnbare Planeten in unterschiedlicheren Umgebungen entstehen können als bisher angenommen“, so Anglada-Escudé. Er ist davon überzeugt, dass Wissenschaftler mit einer neuen Generation von Messinstrumenten solche Zwergsterne systematisch auf ähnliche Planeten hin untersuchen und auf diesen wiederum gezielt nach spektroskopischen Anzeichen für Leben forschen könnten.
Die Distanz von 22 Lichtjahren entspricht etwa 209 Billionen Kilometern. Die Forscher entdeckten die neue Super-Erde, als sie eigentlich eine andere Super-Erde in demselben Sternsystem untersuchen wollten. In ihrer Studie analysierten sie mit einer neuen Methode Daten der Europäischen Südsternwarte (ESO) und des Magellan II-Teleskops in Chile sowie des Keck-Observatoriums auf Hawaii. Jetzt wollen die Astronomen prüfen, ob sich in dem Sternsystem noch ein sogenannter Gasriese und eine weitere Super-Erde befinden.
Denn die Zwergsonne gehört zu einem Dreifachsternsystem, das im Vergleich zu unserer Sonne nur wenige schwerere chemische Elemente wie Eisen, Kohlenstoff und Silizium besitzt, aus denen Gesteinsplaneten wie die Erde aufgebaut sind. „Dieser Stern wurde als ziemlich unwahrscheinliche Heimat für Planeten angesehen“, erläuterte Ko-Autor Steven Vogt von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz in einer Mitteilung seiner Hochschule. M-Klasse-Zwerge wie GJ 667Cc gehören zu den häufigsten Sternen in der Milchstraße. Vogt: „Die Entdeckung dieses Planeten, so nah und so früh, legt nahe, dass es in unserer Galaxie nur so wimmelt von Milliarden potenziell bewohnbaren Gesteinsplaneten.“
dpa/jes/pug
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