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Göttinger Forscher untersuchen Schicksal von Heimkindern

Blick auf brutale Erziehungsmethoden in Heimen


Wissenschaftler der Universität Göttingen sollen im Auftrag des niedersächsischen Sozialministeriums die Schicksale der Heimkinder in Niedersachsen zwischen 1949 und 1975 erforschen.

Gedemütigt und misshandelt: Im Oktober 2009 erinnert in Hannover ein Kreuz mit Puppen an das Schicksal der Heimkinder.

© Wilde

Der Arbeitskreis Heimerziehung in Hannover, an dem auch ehemalige Heimkinder mitarbeiten, habe dazu einen Fragekatalog erarbeitet, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Das Forschungsprojekt werde geleitet von der Sozialwissenschaftlerin Prof. Margret Kraul und dem Historiker Prof. Dirk Schumann von der Universität Göttingen.

Bis in die 1970er Jahre hinein haben Kinder und Jugendliche unter brutalen Erziehungsmethoden in bundesdeutschen Heimen gelitten. Insgesamt lebten zwischen 1945 und 1975 rund 800    000 Kinder und Jugendliche in Deutschland in Heimen, etwa zwei Drittel in Einrichtungen der kirchlichen Wohlfahrt und von Ordensgemeinschaften. Bundesweit befasst sich ein Runder Tisch in Berlin mit dem Schicksal der früheren Heimkinder.

Die Göttinger Wissenschaftler wollten in Interviews mit Zeitzeugen und in Aktenstudien klären, wie viele Heime es tatsächlich gab, was vorgefallen ist, wie viele Todesfälle es gab, und wer die verantwortliche Heimaufsicht in der fraglichen Zeit hatte, sagte Kraul. „Vieles wird sich aufgrund der zahlreichen Fälle leider nur exemplarisch darstellen lassen.“ In Voruntersuchungen seien die Wissenschaftler auf rund 120 Heime in Niedersachsen gestoßen.

Weiter solle erforscht werden, welche landwirtschaftlichen Betriebe und Unternehmen von der Zwangsarbeit der Heimkinder profitiert haben, erläuterte Sozialwissenschaftlerin Kraul. Auch solle geklärt werden, auf welcher Rechtsgrundlage die Kinder ins Heim eingewiesen werden konnten. „Dabei werden wir eng mit der Diakonie der hannoverschen Landeskirche zusammenarbeiten, die schon viel in den kirchlichen Heimen erforscht hat.“ Die Forschungsergebnisse sollten später in zwei Doktorarbeiten veröffentlicht werden.

Der Präsident des Niedersächsischen Landesarchivs, Bernd Kappelhoff, hat dem Sozialministerium zufolge einen Leitfaden erarbeitet, mit dem Betroffene leichter ihre Akten finden können. Bislang seien rund 9   000 Einzelfallakten in den Archiven ermittelt worden. Der Leitfaden soll in Kürze auf der Internetseite des Sozialministeriums erscheinen.

epd

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  • Heimkinder ralie – 27.02.10
    Was-um Himmelswillen-nützt das den Opfern ?
    Als es auf der Hand lag, haben sich alle abgewendet.
    Wie bei den kinderfickenden Mönchen.
    "Herr vergib ihnen nicht, denn sie wissen was sie tuen!"

    ru
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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