In einem interdisziplinären Forschungsprojekt unter der Leitung der Göttinger Entwicklungsökonomen Prof. Axel Dreher und Seo-Young Cho werden Wissenschaftler Daten aus unterschiedlichen Statistiken zusammenfassen, um Ansatzpunkte zu finden, wie europaweit gezielt Opfer geschützt und Täter verfolgt werden können. Das Team aus Ökonomen, Politologen und Kriminologen wird einen Index über die Anzahl der Fälle von Menschenhandel in den Ländern Europas erstellen und anschließend Ursachen und Folgen untersuchen. Die Europäische Kommission fördert das internationale Forschungsprojekt in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 324 000 Euro.
Einem Bericht des Europarats zufolge ist der Menschenhandel die drittgrößte Einnahmequelle der organisierten Kriminalität. Bislang fehlen jedoch vergleichbare landes- und regionenspezifische Statistiken, um ein europaweit abgestimmtes Vorgehen zu planen. Die Göttinger Entwicklungsökonomen werden bereits vorhandene Datenbanken wie zum Beispiel die des United Nations Office on Drugs and Crime auswerten und daraus einen „Composite Index of Trafficking in Europe (CITE)“ erarbeiten. „Wir wollen eine aussagekräftige Maßeinheit schaffen, die das länderspezifische Ausmaß und die zeitliche Entwicklung von Menschenhandel vergleichbar macht“, so Projektkoordinatorin Seo-Young Cho. Projektleiter Prof. Dreher forscht zu Fragen von Menschenrechtsverletzungen und internationaler Migration und gilt als Experte auf dem Gebiet der Indexierung. Der von ihm mitentwickelte KOF Globalisierungsindex spielt eine wichtige Rolle in wissenschaftlichen und politischen Debatten zum Thema.
An dem Projekt „Indexing Trafficking in Human Beings: Gauging its Trends, Causes and Consequences in the European Dimension“ beteiligen sich auch Wissenschaftler der London School of Economics and Political Science, der niederländischen Tilburg Universität, der State University of New York sowie des United Nations Interregional Crime and Justice Research Institute und der International Organization for Migration.
jes/pug
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Kommentare
deshalb, weil... einleser – 15.07.10
... man die Entwicklung von Menschenhandel beurteilen will. Dazu muss man das Problem vereinheitlichen und somit diesen Index entwickeln, sonst gäbe es keine Vergleichbarkeit. Und das ganze kann man dann dazu verwenden um sagen zu können ob gewisse politische Maßnahmen einen positiven oder negativen Einfluss auf Menschenhandel haben. Also keinesfalls eine Verschwendung von Steuergeldern. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenWOZU? Kritischnachdenker – 23.01.10
Menschen hungern, Kinder sterben,wir produzieren Totmachwaffen und
beschäftigen eine Vielzahl teuerst ausgebildeter "Wissenschaftler" rund um den Globus mit der Fragestellung wer wo wann wie und warum "verschleppt" wird ?
Wissen wir nicht schon, dass es offenbar so ist ?
Selbstverständlich ist es nicht in Ordnung, garkeine Frage.
Aber die vielen Millionen Euros und Dollars Steuergelder, die wir dafür ausgeben, dass sich "Wissenschaftler" aus aller Welt an Tische setzen, diskutieren, in der Welt umherreisen, Steuergelder verspesen, auch die
Hardwarekosten sind nicht unerheblich,
wären sicherlich sinnvoller in der
Vermeidungsprävention eingesetzt.
Sprechen sie einmal einem sterbenden Kind ins Gesicht, dass man ihm nicht helfen kann, weil das Geld für die Hilfe nicht reicht.
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