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Theologisches Stift

„Er ist die lebende Chronik des Stifts“


Im Theologischen Stift der Universität Göttingen wird am Freitag, 8. Mai, gefeiert. Neben der Ehrung von Franz-Josef Schlote, wird an den Umzug des Stifts vor 25 Jahren erinnert.

Große Wohngemeinschaft: Bewohner mit Ephorus, Stiftsinspektor und Schlote.

© CR

Seit nun schon 120 Semestern, also 60 Jahren, ist Franz-Josef Schlote eine wichtige Säule des Theologischen Stifts der Universität Göttingen. Am Freitag, 8. Mai, soll dem 1925 geborenen ehemaligen Regierungsoberamtsrat der Verwaltung der Universität Göttingen mit einer Feier gedankt werden. Zugleich erinnert das Fest an den Umzug des Stifts vom Stumpfebiel in die Räume des ehemaligen Ernst-August-Hospitals in der Geiststraße 9 vor 25 Jahren. 

Das Theologische Stift ist die viertälteste Einrichtung der Universität. Im Jahr 1765 wurde sie als „collegium theologicum repetentium“ gegründet. Etwa 184 Jahre später, im Jahr 1949, trat der damalige Kurator der Universität Göttingen an den Inspektor Schlote heran und bat ihn, das Stift in Finanzfragen zu unterstützen. Schlote sagte zu. Drei Jahre später wurde er vom Stiftsinspektor gebeten, sich weiter der wirtschaftlichen Lage anzunehmen. Seitdem arbeitet er ehrenamtlich. „Er ist die lebende Chronik des Stifts“, erzählt Ephorus Prof. Reinhard Feldmeier. 

Alle 35 Studenten, die im Moment im selbstverwalteten Wohnheim wohnen, kennen ihn gut und schätzen ihn. „Früher haben die Studenten immer zu mir gesagt, dass ich öfter kommen soll. Dann wäre das Essen immer besser“, sagt Schlote. 

Gute Gemeinschaft

Betont wird von allen Seiten, dass es sich beim Theologischen Stift nicht um ein gewöhnliches Wohnheim handelt. „Es ist eher wie eine 35er-Wohngemeinschaft“, sagt Sabrina Wielkenshof, eine der Bewohnerinnen. „Die zwischenmenschlichen Begegnungen und das Erfahren von Gemeinschaft sind hier sehr wichtig. Das findet man heute nicht mehr so“, fügt sie hinzu. 

Einige der Bewohner kommen aus dem Ausland, vor allem aus Brasilien und den USA, da es mit diesen beiden Ländern ein Austauschprogramm gibt. „Dafür ist das Leben hier auch gut. Man findet sehr schnell Anschluss“, erklärt Mirko Hoppe, der auch im Stift wohnt. 

Über die bevorstehende Ehrung freut sich Franz-Josef Schlote sehr, ist aber auch ein wenig überrascht. Missen möchte er nichts aus den vergangenen 60 Jahren. Wie lange er noch weitermachen möchte? „Solange ich kann“, hat sich Schlote vorgenommen und verweist auf einen ehemaligen Bundeskanzler: „Adenauer hat ja auch lange gearbeitet.“

                                                                                                       Von Jascha Grewe

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