Im frühen Erdmittelalter vor mehr als 235 Millionen Jahren, zur Zeit der Mittel-Trias, war Göttingen von einem flachen Binnenmeer bedeckt, welches nur zeitweise Verbindung zum offenen Ozean hatte. In einem wärmeren Klima als heute kam es zur großflächigen Ablagerung von Kalkschlämmen, die in unserer Gegend als teilweise mächtige Schichten von sogenanntem Muschelkalk erhalten sind.
Diese Kalke sind oft sehr fossilreich und enthalten die für die Muschelkalk-Zeit typischen Organismen, wie die zu den Weichtieren gehörenden Ceratiten und Muscheln. Aber auch verschiedenste Saurier blieben erhalten. Neben dem Nothosaurier lebten dort vor allem die Pflasterzahn-Saurier, auch Placodontier genannt. Sie waren mit anderthalb bis drei Metern Körperlänge vergleichsweise klein und stämmig; paddelförmig ausgebildete Beine zeigen eine Anpassung an das Leben im Meer. Besonders auffällig sind ihre abgeflachten Vorderzähne, sowie die sehr kräftigen Mahlzähne, welche immer wieder als Fossilien in der Göttinger Gegend gefunden wurden.
Ihre Lieblingsnahrung waren hartschalige Muscheln und Armfüßer. Mit den flacheren Vorderzähnen konnten die Schalentiere vom Substrat „abgenagt“ und mit den kräftigen Backenzähnen schließlich geknackt und zerkaut werden.
Das Projekt „Muschelkalk-Saurier“ wurde in Kooperation mit dem Kasseler Naturkundemuseum durchgeführt. Dabei entstand ein auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhendes Modell des Pflasterzahn-Sauriers Placodus, der auch in Göttingen vor 235 Millionen Jahren heimisch war. Der Direktor des Naturkundemuseums Kassel, Dr. Kai Füldner, und der Kustos des Geowissenschaftlichen Museums, Dr. Mike Reich, werden am Sonntag um 11.30 Uhr dieses drei Meter lange Modell enthüllen. In neu gestalteten Vitrinen der Dauerausstellung werden zusätzlich verschiedene Original-Fossilien von Muschelkalk-Sauriern, auch aus Göttingen, präsentiert.
Jüngere Besucher haben die Möglichkeit einen Abguss eines Placodus-Zahns herzustellen und zu kolorieren. Des Weiteren werden kostenlose Führungen durch die Dauerausstellungen (15 Uhr) und den Geopark (13 Uhr) des Museums angeboten.
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