Navigation:
eShop Online-ServiceCenter
Renaissance-Schrift „Felsinais“

Historiker Haye entdeckt altes Epos im Vatikan


Rund 500 Jahre lang galt die Felsinais, ein Epos des italienischen Dichters Marco Girolamo Vida, als verschollen. Nun hat der Philologe Prof. Thomas Haye von der Universität Göttingen das Werk in der Vatikanischen Bibliothek entdeckt. Vida verherrlichte in der Felsinais den Kampf von Papst Julius II. um die Stadt Bologna zu Beginn des 16. Jahrhunderts.

Vatikanische Bibliothek: Blick einen der Lesesäle.

© afp

Göttingen. Haye, der seit April 2002 am Institut für Lateinische und Romanische Philologie des Mittelalters der Universität Göttingen lehrt und forscht, erklärt zu dem Fund: „Auf der Suche nach unbekannten oder verschollenen Texten habe ich in der Vatikanischen Bibliothek eine große Zahl von Handschriften durchgesehen und bin dabei auf das Epos gestoßen.“

Bei dem entdeckten Schriftstück handelt es sich um die Widmungshandschrift, die Papst Julius II. im Jahr 1507 überreicht wurde. „Diese sensationelle Entdeckung ermöglicht zahlreiche neue Erkenntnisse über Vidas frühe Biografie“, erläutert Haye. Dass seine Entdeckung für die Wissenschaft bedeutsam ist, ergibt sich auch aus dem weiteren Urteil des Philogen: „Ferner stellt die Felsinais einen wichtigen Beitrag zur literarischen Verherrlichung von Papst Julius II. dar.“

Marco Girolamo Vida (1485 - 1566) gilt als größter lateinischer Dichter seiner Zeit, dessen Werke die weitere Entwicklung der frühneuzeitlichen Literatur maßgeblich prägten. In seinem Lehrgedicht De arte poetica, einer Anleitung zur Komposition von Epen, formulierte er die wichtigste Dichtungstheorie der Renaissance. Über Vidas frühe Werke war bislang nur wenig bekannt. Von der Felsinais kannte man lediglich den Titel, der sich vom antiken Namen der Stadt Bologna (Felsina) ableitet.

Die Wissenschaftler am Zentrum für Mittelalter- und Frühneuzeitforschung der Universität Göttingen wollen den Fund nun durch eine textkritische Edition der wissenschaftlichen Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt drei Jahre lang mit insgesamt 158     000 Euro.

Haye, Jahrgang 1966, studierte die Fächer Latein, Geschichte sowie Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit in Göttingen. 1993 promovierte er über den hochmittelalterlichen Grammatiker Johannes de Garlandia. Anschließend war er Wissenschaftlicher Angestellter an der Universität Freiburg, an der er sich im Februar 1996 über das lateinische Lehrgedicht im Mittelalter habilitierte. Bis er den Ruf der  Universität Göttingen annahm war er Professor an der Universität Kiel.

pug/jes

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel
Anzeige
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Röttgen nach seiner Wahlniederlage in NRW entlassen. Wie finden Sie das?
Anzeige

Branchenführer - Handwerk Regional

Sie suchen qualifizierte Handwerker aus Südniedersachsen? Dann testen Sie unseren neuen regionalen Handwerkerführer: Hier finden Sie schnell und einfach den passenden Handwerksbetrieb für Ihr Vorhaben!

Lokales Videos

Das Unternehmen im Überblick

Die Göttinger Tageblatt Mediengruppe ist das führende Medienhaus in Südniedersachsen – ein moderner Dienstleister für Kommunikation, Nachrichten, Werbung und Druck.

E-Shop

Ganz vorne mit dabei

Egal ob regionale Veranstaltung oder internationaler Top-Show-Act. In unserem Tageblatt-Ticketshop können Sie bequem am Bildschirm die gewünschten Eintrittskarten kaufen.

Tipps rund um die Uhr

Haben Sie Lust auf Nachtleben oder Oper? Darf eine Lesung sein oder eine Ausstellung? Hier finden Sie alle Termine.

Prämien-Shop

Werben Sie einen neuen Abonnenten, und wählen Sie Ihre Wunsch-Prämie aus über 2.500 Top-Prämien.



Top