Göttingen. „Vor dem Hintergrund der Energiewende wird die Bioenergie in den kommenden Jahren eine zunehmend wichtige und größere Rolle spielen“, erläutert Prof. Hans Ruppert, Leiter des Forschungsverbundes und Direktor des IZNE. Die Wissenschaftler wollen in der zweiten Förderphase ihre bisherigen Forschungsergebnisse in die Praxis umsetzen und in drei ausgewählten Modellregionen anwenden.
„Die Akzeptanz von Bioenergie in der Bevölkerung stößt mittlerweile an ihre Grenzen“, so Ruppert. „Der Anbau von Energiepflanzen wird aus Sicht des Naturschutzes und der Nahrungsmittelproduktion immer wieder als problematisch dargestellt. Wir nehmen diese Akzeptanzprobleme sehr ernst und suchen weiterhin den Dialog mit allen Akteuren, um gemeinsam lokale und regionale Konzepte zu entwickeln.“
Die Wissenschaftler haben in den vergangenen drei Jahren Anbau- und Nutzungskonzepte erarbeitet, die vom örtlichen Entscheidungsträger bis zur Gesetzgebung auf EU-Ebene und von der Planung bis zur Ausführung hin eine ausgewogene Verankerung von Bioenergie in der jeweiligen Region ermöglichen. Diese Konzepte sollen in den kommenden zwei Jahren exemplarisch in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel sowie in der Region Hannover umgesetzt und getestet werden.
Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Forschungsverbundes werden auf den jeweiligen Anwender bezogen aufbereitet und „übersetzt“. Damit ist gewährleistet, dass das Gesamtkonzept auch in anderen Landkreisen angewendet werden kann. Ziel des Projekts ist ein regionales Qualitätssicherungssystem für die Nutzung von Bioenergie, welches die nationalen Ziele zur nachhaltigen Erzeugung von Bioenergie flankiert.
Die Wissenschaftler des Forschungsverbundes stellen ihre bisherigen Ergebnisse am 24. und 25. Januar auf einer Fachtagung an der Universität Göttingen vor. Unter dem Titel „Chancen und Risiken der Bioenergie im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung“ sollen die Teilnehmer sich über die verschiedenen Interessengruppen und ihre Sichtweisen informieren. Beispiele für die Nutzung von Energiepflanzen sind weiteres Thema.
Infos unter bioenergie.uni-goettingen.de
jes/pug
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