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Dynamik in Biomolekülen

Neuer Sonderforschungsbereich „Strukturbiologie“


"Integrative Strukturbiologie dynamischer makromolekularer Komplexe“ heißt der neue Sonderforschungsbereich an der Universität Göttingen.

Neuer Sonderforschungsbereich: Ein Teil der Untersuchungen wird im Zentrum für Molekulare Biowissenschaften vorgenommen.

© CH

Ab Juli fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) den SFB 860, der 16 Projekte umfasst. Die Fördersumme beträgt über einen Zeitraum von vier Jahren insgesamt rund 8,5 Millionen Euro.

Dem Sonderforschungsbereich gehören 18 Arbeitsgruppen an. Diese befinden sich an der Biologischen Fakultät, der Fakultät für Physik, der Universitätsmedizin Göttingen und dem Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Angesiedelt ist der neue SFB am Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften. Koordiniert wird er von Prof. Ralf Ficner vom Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität.

Die Wissenschaftler des SFB betreiben Grundlagenforschung: Sie beschäftigen sich in erster Linie mit der Dynamik großer Komplexe von Biomolekülen, deren Aufklärung eine Voraussetzung ist, um die Funktionsweise dieser Komplexe auf atomarer Ebene zu verstehen.

Die großen Multi-Proteinkomplexe bestehen aus vielen Protein- und zum Teil auch aus Ribonukleinsäure-Molekülen. Um ihre Funktion in der lebenden Zelle genau verstehen zu können, wollen die Wissenschaftler die jeweilige molekulare Zusammensetzung und die dreidimensionalen Strukturen der Komplexe aufklären. Allerdings verändern sich diese laufend – und diese Dynamik ist gleichzeitig mit der zellulären Funktion der Komplexe eng verknüpft.

Bei der Analyse solch großer Komplexe sind die klassischen Methoden der Biochemie, Strukturbiologie und Biophysik nicht ausreichend, insbesondere, wenn sie ausschließlich angewandt werden. Vielmehr müssen verschiedene biochemische und biophysikalische Methoden kombiniert werden. In dem neuen Sonderforschungsbereich arbeiten deshalb zahlreiche Arbeitsgruppen mit ganz unterschiedlicher experimenteller Expertise eng zusammen.

Seit 1968 fördert die DFG mit dem Förderprogramm interdisziplinäre Forschungsprojekte. Im Mai hat die DFG insgesamt zwölf neue Sonderforschungsbereiche genehmigt für die Dauer von vier Jahren ab Juli. Dann existieren bundesweit 241 dieser Einrichtungen, die maximal zwölf Jahre gefördert werden. An der Universität Göttingen sind aktuell drei Sonderforschungsbereiche mit Sprecherfunktion angesiedelt, an einem der Berliner Charité sind Göttinger Wissenschaftler beteiligt.

jes/pug

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