Die Krankheit wird unterteilt in „Morbus Crohn“ und „Colitis ulcerosa“. Während beim Morbus Crohn Entzündungen im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After auftreten können, ist bei der Colitis ulcerosa die Entzündung beschränkt auf den Dickdarm. Meist erkranken junge Erwachsene zwischen dem 16. und 35. Lebensjahr sowie ältere Menschen.
Die nicht heilbare Krankheit beginnt meist mit Müdigkeit, Schmerzen im Unterbauch und Durchfällen. So erlebte es auch Manfred Heinrich, der seit seinem 23. Lebensjahr an der Krankheit leidet. „Bei mir fing es mit Blähungen, Blut im Stuhl und Durchfall an. Der Hausarzt überwies mich ins Krankenhaus, wo eine Darmspiegelung Klarheit brachte“, sagt der Ansprechpartner der Göttinger Selbsthilfegruppe für Crohn und Colitis.
Die Selbsthilfegruppe hat 15 feste Mitglieder und viele Interessierte, die unregelmäßig zu den monatlichen Treffen in das Evangelische Krankenhaus Weende (EKW) kommen. „Unser Einzugsbereich ist sehr groß: Stadt und Landkreis Göttingen, Landkreis Northeim, die Vorharzregion, Nordhessen und das Eichsfeld“, sagt Heinrich. Vielen Betroffenen ist der Kontakt zu anderen Betroffenen eine große Hilfe. Die Gruppe bietet die Chance, sich gemeinsam zu informieren und arbeitet auch mit Darmspezialisten zusammen. Einer von Ihnen ist Prof. Michael Karaus, Chefarzt der Inneren Medizin im EKW und Spezialist für Darmerkrankungen.
Karaus ist auch wissenschaftlicher Leiter der Jahrestagung der Deutschen Crohn und Colitis Vereinigung, die am Sonnabend, 5. Juni, in Braunschweig stattfindet. Auf der Tagung referieren erstmals Selbsthilfegruppen aus Norddeutschland über verschiedene Themen. Die Göttinger Gruppe spricht über die Versorgungssituation, die Vernetzung und den Aufbau eines Crohn/Colitis-Darmzentrums. Das Weender Krankenhaus versucht, die Koordination für ein solches Zentrum in Göttingen zu übernehmen.
Die Selbsthilfegruppe Göttingen trifft sich jeden ersten Montag im Monat um 19.30 Uhr im kleinen Seminarraum im EKW, an der Lutter 24. Interessenten können sich unter Telefon 0 55 04 / 74 18 bei Manfred Heinrich melden.
chb/ekw
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