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Wissen Woher kommen Gewittertierchen?
Nachrichten Wissen Woher kommen Gewittertierchen?
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08:32 09.08.2018
In schwüler Gewitterluft sind sie plötzlich überall: Gewittertierchen. Quelle: Wetteronline
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Die winzig kleinen schwarzen Insekten sind besonders gut auf heller Kleidung zu sehen und krabbeln auf freien Hautstellen.

Dr. Manfred R. Ulitzka, Fachmann auf dem Gebiet der Fransenflügler (Thysanopteren), weiß jedoch um die Fähigkeiten dieser winzigen Insekten. Gewittertierchen sind Schönwetterflieger. Alleine in Deutschland gibt es mehr als 200 verschiedene Arten der Fransenflügler, weltweit sind es sogar mehr als 5000. Sie sind keine Flugkünstler, denn von sich aus können sie kaum fliegen. Vielmehr nutzen sie die durch sommerliche Thermik ausgelösten Aufwinde, um sich in der Luft zu halten. Sonniges Wetter bei Temperaturen von mehr als 20 Grad lässt die Insekten aufsteigen. An warmen Tagen sind sie dann in großer Anzahl weit verteilt in höheren Luftschichten unterwegs.

Wenn sich an einem hochsommerlichen Tag ein Gewitter entwickelt, bekommt man den Eindruck, dass die winzigen Tierchen plötzlich überall sind. Doch warum ist das so? Was passiert mit den Thripsen, wenn ein Gewitter aufzieht? Ein sich entwickelndes Gewitter sorgt dafür, dass die Thripse, die sich zuvor bis in eine Höhe von mehreren Kilometern in der Luft verteilen, in die unteren Luftschichten absinken und nah am Boden konzentrieren.

Landung auf dem Menschen

Sie versuchen dort zu landen und nutzen jedes Objekt, das sich dazu bietet – auch den Menschen. Die Sichtbarkeit von Gewittertierchen kann also durchaus ein drohendes Gewitter anzeigen. „Richtige Gewitterpropheten sind Thripse allerdings kaum, denn sobald wir die kleinen Insekten wahrnehmen, ist die Entwicklung des Gewitters schon im vollen Gange und bereits für jeden offensichtlich“, sagt Experte Ulitzka .

Woher wissen Thripse, dass ein Gewitter bevorsteht? Gewitterwürmchen werden durch einen bedeutenden physikalischen Faktor zur Landung gezwungen: Der Veränderung der Feldstärke vor einem Gewitter. Die entstehende Gewittersituation übe durch die elektrische Feldschwankung Einfluss auf das Flugverhalten vieler Tiere aus, erklärt Manfred Ulitzka und bezieht dies auch explizit auf die Thysanopteren. Die genauen Gründe für ihr Verhalten sind wissenschaftlich noch nicht geklärt. „Als Auslöser dieses Verhaltens kommen nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich Änderungen der elektrischen Feldstärke in der Luft in Betracht“, erklärt der Biologe.

Bei schönem Wetter beträgt die Feldstärke des „Schönwetterfeldes“ etwa 100 bis 300 Volt/Meter, die Thripse sind in allen Luftschichten bis in große Höhen unterwegs und lassen sich von der Thermik treiben. Entsteht ein Gewitter, so steigt die Feldstärke an und kann Werte von bis zu 50.000 Volt/Meter erreichen, dann drohen Blitz und Donner.

Insekten sinken einfach ab

Thripse und andere kleine Insekten reagieren mit ihrem Flugverhalten bereits bei deutlich niedrigeren Feldstärken und stellen ihre Flugaktivität spätestens bei einer Feldstärke von 8 000 Volt/Meter komplett ein. Sie legen dann einfach ihre Flügel an und sinken ab. Warum das so ist, konnte jedoch bis heute noch nicht wissenschaftlich geklärt werden.

Warum landen die Tiere dann ausgerechnet auf Menschen? Helle Farben sind für die Insekten besonders attraktiv. Thripse können jedoch ihr Flugverhalten kaum bestimmen. In erster Linie werden sie vom Wind getragen und können die Flugrichtung durch ihre Flügelstellung nur geringfügig ändern und dies auch nur solange, wie der Wind schwach ist. Thripse landen daher vollkommen zufällig auf Menschen. Helle Kleidung allerdings zieht die Insekten jedoch zusätzlich an.

Obwohl sie nur wenige Millimeter lang sind, können sie ganz schön kitzeln, wenn sie über die Haut eines Menschen wandern. Der Grund sind Haftbläschen an ihren Füßen. Mit diesen Blasenfüßen halten sie sich auf Oberflächen fest.

Wenn Gewittertierchen durch das offene Fenster in die Wohnung gelangen und sich auf den Boden setzen, können sie einfach weggekehrt und in den Garten, beispielsweise auf den Kompost, gebracht werden. Anschließend sollte man die Flächen feucht abwischen. Wer sie wegsaugt, sollte die Staubsaugertüte sofort zu entsorgen.

Wann die Bedingungen für Thripse besonders gut sind, kann jeder mit einer Wetter-App für sein Smartphone herausfinden. Sie zeigen zumeist zuverlässig Gewitter an.

Von r

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