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Wissen Zeitumstellung 2018 auf Winterzeit: Das gibt es zu beachten
Nachrichten Wissen Zeitumstellung 2018 auf Winterzeit: Das gibt es zu beachten
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18:46 27.10.2018
Bald endet die Sommerzeit. Am 28. Oktober 2018 werden die Uhren von drei Uhr auf zwei Uhr nachts zurück gestellt. Quelle: dpa
Hannover

Am 28. Oktober 2018 um drei Uhr nachts werden die Uhren wieder umgestellt - und zwar um eine Stunde zurück, auf zwei Uhr. Das bedeutet, dass wir zwar eine Stunde länger schlafen können, führt aber auch dazu, dass es früher dunkel wird. Im März ist es dann genau andersherum: Eine Stunde weniger Schlaf, dafür wieder längere Tage. So ist die Zeitumstellung jedes Jahr aufs Neue wieder ein Thema, dessen Sinnhaftigkeit die Geister spaltet.

Zeitumstellung im Oktober 2018: So stellen Sie um

• Die Zeitumstellung 2018 findet im Oktober statt: Sie müssen am letzten Wochenende im Oktober von Sommerzeit auf Winterzeit umstellen.

• Konkret bedeutet das: Am Sonntag, den 28. Oktober 2018 stellen Sie Ihre Uhr um 3 Uhr morgens eine Stunde zurück.

• Aus 3 Uhr morgens wird also 2 Uhr morgens.

• Durch die Umstellung auf Winterzeit bekommen wir eine Stunde geschenkt. Gleichzeitig ist es aber auch eine Stunde früher dunkel.

Muss jeder seine Uhr umstellen auf Winterzeit?

Sie sind nur dann nicht von der Winterzeitumstellung betroffen, wenn Sie eine Funkuhr verwenden. Diese wird sich im Normalfall von allein korrekt anpassen und erhält zu diesem Zweck ein Signal der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig. Auch bei einem Smartphone, etwa dem iPhone oder einem Android-Gerät, müssen Sie sich keine Sorgen über die Zeitumstellung machen, sofern Sie die entsprechende Funktion nicht selbst deaktiviert haben.

Denken Sie aber trotzdem daran, dass analoge Uhren manuell umgestellt werden müssen. Teilweise gilt das auch für digitale Anzeigen, wie sie beispielsweise an Mikrowelle, Herd oder Ihrem Wecker integriert sein können.

Zeitumstellung auf Winterzeit: Wird sie abgeschafft?

Damit könnte jedoch bald Schluss sein. Zumindest wenn es nach der Mehrheit der EU-Bürger geht, die sich im Sommer an der EU-Umfrage zur Abschaffung der Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst beteiligt hat. 84 Prozent würden das alljährliche Drehen-an-der-Uhr gerne abschaffen. Doch wieso wird überhaupt zwischen Sommer- und Winterzeit unterschieden?

Wieso gibt es die Zeitumstellung auf Winterzeit?

Was heute als Winterzeit bezeichnet wird, war in Deutschland zwischen 1950 und 1980 Standardzeit (auch Normalzeit genannt). Im Zuge der Ölkrise in den Siebziger Jahren entschied sich Frankreich 1976 aus energiepolitischen Gründen, die Sommerzeit einzuführen. Viele Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft - dem Vorgänger der heutigen EU - zogen, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, nach.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde die Zeitumstellung aber auch aufgrund der Teilung in Ost und West kontrovers diskutiert. Nachdem die DDR die Sommerzeit 1979 einführte, zog die BRD ein Jahr später nach. Eine geteilte Zeit im ohnehin geteilten Land, wollte man um jeden Preis vermeiden.

Innerhalb der EU werden die Uhren seit 1996 in allen Mitgliedstaaten nach einheitlichen Regeln umgestellt. Jeweils am letzten Sonntag im März und Oktober wird die Zeit um eine Stunde vor- beziehungsweise um eine Stunde zurück gestellt.

Was bringt die Zeitumstellung?

Über diese Frage wird seit Einführung der Umstellung heftig diskutiert. Einer der Hauptgründe, der ursprünglich als Argument für die Zeitumstellung angebracht wurde, ist längst widerlegt. Durch das Mehr an Tageslicht im Sommer wird in diesen Monaten zwar weniger Energie verbraucht. Durch die Winterzeit wird dieser minimale Einspareffekt aber wieder aufgehoben - da in den Morgenstunden früher geheizt wird.

Welche Nachteile hat die Zeitumstellung?

Gegner der Zeitumstellung führen immer wieder an, dass das Vor- und Zurückstellen der Uhr zweimal im Jahr negative Auswirkungen auf den Menschen hat. Schlaf- und Konzentrationsprobleme sowie Erschöpfung sind häufige Begleiterscheinungen, die in den Tagen und Wochen nach der Umstellung auftreten. Vor allem die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit wird von Wissenschaftlern und Medizinern kritisch betrachtet. Der Effekt der Beschleunigung habe eine ernstzunehmende Auswirkung auf unseren biologischen Rhythmus.

Vor allem in der Landwirtschaft macht sich das Drehen an der Uhr negativ bemerkbar. Landwirte sind in der Lage, sich anzupassen. Doch den Tieren macht die Zeitumstellung zu schaffen, da ihre innere Uhr durcheinandergebracht wird. Für sie wäre es einfacher, wenn Fütterungszeiten oder das morgendliche Melken von Kühen ganzjährig gleich blieben.

Welche Auswirkung hat die EU-Befragung auf die Zeitumstellung?

Laut EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker könnte die Abschaffung der Zeitumstellung noch vor der Europawahl im nächsten Jahr beschlossen werden. Trotzdem könnte sich die Umsetzung noch hinauszögern. Damit der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission umgesetzt werden kann, müssen sowohl das EU-Parlament und der Europäische Rat zustimmen.

Die Mitgliedstaaten haben allerdings nur bis April 2019 Zeit, sich für eine Regelung zu entscheiden. Bleiben sie bei der Sommerzeit oder kehren sie zur Normalzeit zurück? Bisher haben sich nur Finnland und die baltischen Staaten klar für die Abschaffung der Zeitumstellung positioniert. In Deutschland gibt es eine deutliche Mehrheit, die für den Beibehalt der Sommerzeit ist. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich hierfür ausgesprochen.

Zeitumstellung in Europa: Mehr Zeitunterschiede durch Zeitzonen?

Da jedes Land selbst über seine bevorzugte Zeit bestimmen kann, ist denkbar, dass bei zukünftigen Reisen durch Europa gleich mehrere Zeitzonen durchquert werden. Zwar sind die Mitgliedstaaten angehalten worden, sich untereinander abzusprechen. Dennoch ist nicht auszuschließen, dass es in Europa bald deutlich mehr Zeitunterschiede gibt und ein Uhren-Flickenteppich entsteht.

Von RND/pf

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