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Börner-Eisenacher vergrößert sich in Göttingen
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Anzeige Börner-Eisenacher vergrößert sich in Göttingen

Seit 1884 produziert der Familienbetrieb in Göttingen Wurstwaren, inzwischen in der vierten Generation und unter Leitung von Frank-Walter Eisenacher. An den jetzigen Standort in der Groner Robert-Bosch-Breite zog die damalige Fleischerei Eisenacher 1964, weil dem Geschäftswachstum in der Innenstadt räumliche Grenzen gesetzt waren. Die Übernahme des anderen Göttinger Traditionswurstherstellers Börner erfolgte 1978.

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Frank-Walter Eisenacher (2.v.l.) mit seinen kanadischen Kooperationspartnern.

Quelle: HW

Göttingen. Börner-Eisenacher verkauft seine Erzeugnisse bundesweit und produziert unter anderem für die Eigenmarken der großen Handelsketten. Im Vergleich zur langen Unternehmenstradition noch relativ neu im Sortiment sind Bio-Fleischwaren von Schwein und Rind: 2003 wurde das erste Bio-Fleisch verarbeitet. „Aus Überzeugung, denn Bio stellt die höchste Stufe des Tierwohls dar“, so Frank-Walter Eisenacher.

„Bio“ hat inzwischen einen großen Anteil am Unternehmenserfolg: Etwa 30 Prozent der 34,5 Mio. Euro Unternehmensumsatz stammen aus dem Bio-Markt, so Eisenacher. Für 2016 rechnet er sogar mit etwa 40 Mio. Euro Umsatz und einer Steigerung des Bio-Anteils auf etwa 40 Prozent. Möglich machte das die neue Strategie zur Versorgung mit Bio-Schweinefleisch.

Während es im Bio-Rindfleischmarkt keine Versorgungsprobleme gibt, kamen 2014 rund 20 Prozent weniger Bio-Schlachtschweine auf den Markt und es wurde schwierig, ausreichend Bio-Fleisch zu beziehen. „Daher haben wir den direkten Weg zu den Bio-Bauern gesucht“, sagt Eisenacher. Er fuhr durch die ganze Republik, besuchte Bio-Höfe und entwickelte ein Konzept, um die Bio-Bauern als Direktlieferanten zu gewinnen. „Wir arbeiten etwa mit langfristigen Lieferverträgen, schneller Zahlung und Transparenz, sodass der Bio-Landwirt sieht, in welchen Produkten sein Fleisch landet“, so Eisenacher.

Mit rund 25 Bio-Höfen arbeitet der Betrieb inzwischen zusammen, die zwischen 200 und 500 Schweine wöchentlich liefern. Ein für die Schlachtung von Bio-Tieren zertifizierter Schlachtbetrieb in Heiligenstadt zerlegt das Gros der Tiere. Mit dem Bezug der Schweine war eine weitere Herausforderung verbunden: Während vorher die benötigen Fleischteile gezielt eingekauft wurden, mussten nun ganze Schweine möglichst vollständig verwertet werden. Aus der Krise wurde ein zusätzlicher Nutzen, indem neue Bio-Produkte hergestellt wurden: Kochschinken, Kasseler und Wiener. Diese werden nach den ersten drei, vier Monaten im Markt gut nachgefragt, sagt Eisenacher.

Gleichzeitig mit der Bio-Schweinefleisch-Verknappung erweiterte der Einzelhandel jedoch auch sein Bio-Sortiment. Aufgrund der gesicherten Rohstoffversorgung konnte Börner-Eisenacher daher seinen Umsatz deutlich erweitern, da die Konkurrenz weiterhin mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Daher auch die guten Wachstumsprognosen und auch die Investitionen in den Groner Standort, denn die Produktionskapazitäten stoßen dort mittlerweile an ihre Grenzen. Auf das Nachbargrundstück, eine alte und inzwischen sanierte Tischlerei, soll die Logistik ausgelagert werden, damit am Altstandort die Kapazitäten erweitert werden können. Von einem Investitionsvolumen in Höhe von fünf Mio. Euro geht Eisenacher aus.

Und noch eine wichtige Wegmarke hat Börner-Eisenacher dieses Jahr genommen: Nach zweijährigem Vorlauf startet der Export von Bio-Produkten nach Kanada. Eine Testlieferung Ende Februar überzeugte den kanadischen Lebensmittelhersteller Freybe und seine Händler, im Juli sollen die ersten Börner-Eisenacher-Produkte dann in kanadischen Supermärkten stehen.

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