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Handwerk: Jobs mit Zukunft
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Handwerk: Jobs mit Zukunft

Schule fertig – und jetzt? Nicht immer muss ein Studium der ideale Start in die Karriere sein. Wer einen zukunftssicheren Beruf will, sollte sich unbedingt mal im Handwerk umsehen.

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Der goldene Boden ist verlegt
Quelle: Foto: www.amh-online.de

Gerade auch diejenigen, die ein kreatives Betätigungsfeld suchen, könnten durchaus im Handwerk fündig werden. Mehr als 130 verschiedene Ausbildungsberufe hält die Branche für junge Menschen bereit –viele mit hervorragenden Einstiegs- und Aufstiegschancen. Die breite Palette der Berufe spricht Technik-Freaks ebenso an wie künstlerisch Ambitionierte.

Nach der Gesellenprüfung eröffnen vielseitige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten den Weg hin zum Meister, zum Betriebswirt, zum Betriebsleiter oder zum selbstständigen Unternehmer. „Die Chancen, später einen eigenen Betrieb zu übernehmen, stehen im Handwerk so gut wie selten zuvor“, beschreibt Andreas Gliem, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen die Aussichten – vorausgesetzt natürlich, man (oder frau) bringt ausreichend Engagement, Fleiß und Initiative mit. Übrigens: Wer in Niedersachsen den Meisterbrief erhalten hat, kann direkt ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule aufnehmen. Gangbar ist aber auch der umgekehrte Weg: Wer vorzeitig sein Studium beenden möchte, findet im Handwerk interessante Optionen und Perspektiven. Die Handwerkskammern unterstützen Interessierte gern in Phasen der beruflichen Umorientierung.

Auf Metallbauer-Azubis warten spannende Aufgaben.

Quelle: www.amh-online.de

Oft ist aber gar nicht bekannt, wie viele Facetten das Handwerk eigentlich bietet. Handwerk, das assoziieren viele erst einmal mit vermeintlich unattraktiven Berufsfeldern. Und darin stecken gleich zwei Missverständnisse: So mancher Handwerksberuf ist heutzutage nämlich deutlich interessanter, als er auf den ersten Blick erscheinen mag – und dazu kommt noch, dass es viele Handwerksberufe erst gar nicht ins Bewusstsein möglicher Interessenten schaffen.

Um mit Vorurteilen und falschen Bildern aufzuräumen, hat die Kreishandwerkerschaft im April eine viel beachtete Messe im Göttinger „Kauf Park“ realisiert – und damit eine neue, vom Göttinger Tageblatt initiierte Kampagne an den Start gebracht, die auch in den kommenden Wochen aufklären und informieren soll. „Zukunft Handwerk – Die Ausbildungsoffensive 2016“, so lautet das passend gewählte Motto. Welches Potenzial dahinter steckt, verraten aktuelle Zahlen aus der Region: Allein in der Kreishandwerkschaft Südniedersachsen sind rund 800 Innungsbetriebe organisiert, die Jahr für Jahr etwa 600 neue Lehrverträge abschließen. Und da ist sogar noch Luft nach oben, denn: „Manche Lehrstellen bleiben heute unbesetzt, einfach weil sich keine Bewerber dafür finden“, weiß Andreas Gliem. Das ist schon deshalb schade, weil das Handwerk eben gerade in der heutigen Zeit so viele Möglichkeiten bietet, dass es lohnt, sich als junger Mensch damit zu beschäftigen.

Keine Kurzschluss-Handlung: Ausbildung zum Elektroniker.

Quelle: www.amh-online.de

Und deshalb war die Messe im Kauf Park auch nur der Auftakt, quasi die Initialzündung für eine Kampagne, die in nächster Zeit noch viel Aufmerksamkeit erregen wird. Dies tat sie übrigens auch schon im April, zum Beispiel durch Veröffentlichungen im Göttinger Tageblatt oder in der Anzeigenzeitung Blick. Hier kamen auch Andreas Gliem und Kreishandwerksmeister Christian Frölich ausführlich zu Wort; beide stehen für ein modernes Handwerk und in die Zukunft gerichtete Lösungsansätze für Probleme wie den Fachkräftemangel, der das Handwerk unmittelbar betrifft.

Übrigens: Die Zeitung Blick, die jeden Mittwoch in Stadt und Landkreis Göttingen an mehr als 100.000 Haushalte kostenlos verteilt wird, stellt vom 4. Mai bis zum 22. Juni in jeder neuen Ausgabe gleich mehrere Branchen und auch konkrete Berufe aus dem Handwerk vor. Vom Bäcker bis zum Fleischer, vom Maler bis zum Tischler, vom Maurer bis zum Dachdecker, vom Feinmechaniker bis zum Raumausstatter, vom Fliesenleger bis zum Glasinstrumentenmacher – die Vielfalt ist enorm. Sich zumindest darüber zu informieren, kann erst einmal nicht schaden. Ob dann aus einem möglicherweise latenten Interesse an einem handwerklichen Beruf mehr wird, hängt sicher von verschiedenen Faktoren ab: Was kann der Ausbildungsbetrieb bieten? Wie stehen die tatsächlichen Chancen, im Job nach der Ausbildung voranzukommen? Wie steht es um die Verdienstmöglichkeiten? Wie sieht es mit den Arbeitszeiten aus, gerade auch im Hinblick auf eine immer wichtiger werdende Work-Life-Balance? Azubi-Anwärter sollten keine Scheu haben, solche Fragen zu stellen. Informieren können sie sich in Berufsinformationszentren der Arbeitsagenturen, bei den Handwerkskammern – und oft auch ganz einfach direkt in den Betrieben, die idealerweise auch gleich Auskünfte zu etwaigen Übernahmemöglichkeiten geben können.

Zukunftsängste kennen angehende Fleischer praktisch nicht.

Quelle: www.amh-online.de

„Handwerk hat goldenen Boden“, das scheint heute mehr denn je zu gelten. Denn Handwerksbetriebe mit entsprechender fachlicher Qualifikation sind heute überall gefragt und gefordert. Und das wird sich eher noch verstärken als abnehmen. Allein dies zeigt schon, wie groß die Chancen für Einsteiger sind. Übrigens: Eine Übersättigung des Marktes wäre nicht zu befürchten, wenn sich plötzlich deutlich mehr junge Menschen für eine Karriere im Handwerk entscheiden würden. Der Kuchen bliebe auch bei einer wachsenden Zahl an Berufseinsteigern groß genug.

Warum also entscheiden sich aktuell mehr als die Hälfte aller Schulabgänger, nämlich satte 54 Prozent, für ein Studium und gegen eine Ausbildung in einem lukrativen Wirtschaftsfeld? An seinem Image arbeitet das Handwerk seit einiger Zeit recht erfolgreich; eine frech-frivole Kampagne sorgte im vergangenen Jahr für Aufmerksamkeit nicht nur in der Zielgruppe (die übrigens im Gegensatz zu verschiedenen Bedenkenträgern recht begeistert war). Vielleicht liegt es also eher daran, dass die Vielfalt der handwerklichen Berufe schlichtweg kaum bekannt ist.

Früher Schrauber, heute Allrounder: KFZ-Mechatroniker.

Quelle: Foto: www.amh-online.de

Wer weiß denn schon, dass es im Lebensmittelgewerbe eine „Fachkraft für Speiseeis“ gibt? Dass man sich zum „Fahrradmonteur“, zur „Weintechnologin“, zum „Thermometermacher“ oder zur „Orgel- und Harmoniumbauerin“ ausbilden lassen kann? Aber natürlich sind es nicht nur die exotischen Berufe, auf die Handwerksverbände heute verstärkt aufmerksam machen möchten. Spannend ist etwa, wie sich klassische Ausbildungsberufe mit der Zeit weiterentwickelt haben, um heutigen Anforderungen zu entsprechen. So wurde aus dem KFZ-Mechaniker der -Mechatroniker oder aus dem Schriftsetzer der Mediengestalter Digital und Print.

Und, vielleicht noch wichtiger: Kaum noch jemand möchte beispielsweise Bäcker oder Fleischer werden – dabei sind gerade diese Fachkräfte gefragt wie nie. Wer sich also dafür entscheidet, muss sich um seine berufliche Zukunft sicher nicht sorgen.  Markus Riese

INFOS & KONTAKT

Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen, Reinhäuser Landstraße 9, 37083 Göttingen; Telefon: 0551 50760-0, E-Mail: info@kh-suedniedersachsen.de. Infos gibt es auch im Netz unter www.handwerk37.de und auf facebook.com/handwerk37.

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