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Neue Motorradhelme: Navigieren wie ein Jet-Pilot

Verkehr Neue Motorradhelme: Navigieren wie ein Jet-Pilot

Alle paar Jahre sollten Motorradfahrer ihre Helme tauschen. Was machen moderne Helme aus, worauf sollten Biker beim Kauf achten und wie sieht die Zukunft des Kopfschutzes aus?

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Der BMW-Helm mit eingebautem Head-up-Display projiziert Informationen wie Geschwindigkeit, Reifendruck oder Navi-Hinweise direkt ins Sichtfeld des Bikers. Foto: BMW/Arnold Debus

München. Wer Motorrad fährt, muss sich alle paar Jahre einen neuen Helm kaufen. Die Auswahl ist riesig. Welche Unterschiede gibt es, und worauf sollten Zweiradfahrer achten?

"Im Regelfall sollte ein Helm nach etwa fünf Jahren erneuert werden, der Thermoplast-Helm etwas früher, der Duroplast-Helm etwas später". Das sagt Achim Kuschefski vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz). Helmschalen aus Duroplast bestehen aus unterschiedlichen Werkstoffen wie Aramidfaser, Glasfaser oder Kohlefaser. Die Oberfläche dieser Werkstoffe hält große Belastungen aus und weist eine hohe Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung und Lösungsmitteln auf.

Für Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) hängt das Verfallsdatum eines Helmes von seinem Einsatz ab. "Wenn ein Vielfahrer 30 000 Kilometer im Jahr den Helm trägt, dann sollte nach drei Jahren ein neuer her", rät er. Da die meisten Biker jährlich nur ein paar Tausend Kilometer zurücklegen, halte der Helm in der Regel entsprechend länger, bis zu zehn Jahren. "Nach einer Stoßbelastung muss der Helm aber sofort getauscht werden", mahnt Bente.

"Der Helm muss richtig sitzen. Wenn man ihn aufsetzt und den Kinnriemen schließt, darf der Helm weder drücken noch wackeln", sagt Bente. Achim Kuschefski hält unter den verschiedenen Helmtypen den Integralhelm für den sichersten - Kinnschutz und Visier sind fester Bestandteil. Beim Klapphelm kann man das gesamte Kinnteil samt Visier nach oben öffnen. Weniger Schutz böten Jethelme und ECE-geprüfte Halbschalenhelme, meint Ruprecht Müller vom ADAC. Am wenigsten Schutz bieten sogenannte Braincaps ohne ECE-Prüfung.

BMW stellte Anfang des Jahres einen Helm mit integriertem Head-up-Display vor. Auf der rechten Seite integriert, projiziert es Infos direkt ins Sichtfeld des Fahrers. Welche Daten angezeigt werden, lässt sich frei programmieren. Dargestellt werden Tempolimits, Schilder und Gefahrenstellen sowie Richtungspfeile für die Navigation. Möglich sind aber auch Infos über Reifendruck, Öl- und Tankfüllstand, Geschwindigkeit und eingelegter Gang. Bedient wird der im Helm sitzende Mini-Computer über einen Controller am linken Lenker. Die beiden Akkus im Helm sollen für fünf Stunden reichen.

Eine nach hinten gerichtete Kamera könnte in Zukunft als Rückspiegel dienen. BMW will ihn innerhalb der kommenden zwei Jahre auf den Markt bringen - auch als Nachrüstsatz für alte Helme. "Der grundsätzliche Ansatz ist gut. Allerdings können unter widrigen Licht- und Witterungsbedingungen durch ein Head-up-Display Irritationen entstehen", sagt Müller. Das müsse in der Praxis geprüft werden.

Vergangenes Jahr präsentierte die US-Firma Skully den AR1. Der rund 1200 Euro teure Helm hat eine nach hinten gerichtete Kamera. Während der Fahrt nimmt sie den Verkehr auf, spielt den Film in eine Google-Brille ein und macht damit die Rückspiegel überflüssig.

Der britische Hersteller Reevu bietet einen Helm mit Rundumsicht an. Statt auf Videokamera und Bildschirm setzen die Briten auf ein Spiegelsystem. Die Helme gibt es vergleichsweise günstig ab 300 Euro. Demnächst sollen Helme mit Head-up-Display folgen. Ganz neu sei die Technik allerdings nicht: Kampfpiloten setzen schon seit mehr als 20 Jahren auf Head-up-Displays in ihren Helmen.

dpa

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