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Immer altersgerecht

Suche nach dem richtigen Architekten Immer altersgerecht

Hansjochen Schwieger ist Architekt mit Leib und Seele. Nach dem Studium in Aachen und einer Tätigkeit als Research Assistant in London arbeitete er von 1973 bis 1981 im Göttinger Büro von Jochen Brandi.

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Eines der Projekte von Hansjochen Schwieger: Die Mühle aus dem 16. Jahrhundert in Harste.

Quelle: red

Seit 1981 geht er seiner Profession in Göttingen mit eigenem Büro nach. Heute arbeiten in seinem Team elf weitere Architekten. Mit ihm auf Suche nach spannenden Bautrends zu gehen, ist immer auch eine Reise durch Jahrzehnte in Göttingen.
Will man ein Haus bauen, hat vielleicht sogar schon einen Bauplatz, was derzeit in Göttingen eher die Ausnahme ist, wie findet man den richtigen Architekten? „Das ist etwa so wie beim Arzt, man muss auch einen Architekten des Vertrauens finden, der sollte kompetent und sympathisch sein, aber natürlich auch die Bauaufgaben bewältigen können“, sagt Schwieger. Dieses funktioniere hauptsächlich über Mund-zu-Mund-Propaganda. Dass jeder Mensch – auch beim Hausbau –etwas Einmaliges haben möchte, versteht Schwieger, gibt aber zu bedenken, dass ein Haus über lange Zeit attraktiv bleiben soll. „Man hat etwas wirklich richtig gemacht, wenn man nach über 20 Jahren immer noch Gefallen an seinem Haus findet.“

„Ich bin sehr für die Erhaltung von alter Bausubstanz.“

Nicht nur durch die aktuellen Engpässe beim Baugrund liege seit längerem die Sanierung von Altgebäuden etwa bei 50 Prozent seines Aufgabenbereiches, beschreibt Schwieger die Situation. „Ich bin sehr für die Erhaltung von alter Bausubstanz“, so der Architekt, der 16 Jahre im Göttinger Städtebaubeirat als Vorsitzender wirkte. Eine Mühle aus dem 16. Jahrhundert in Harste oder Göttinger Gebäude, vornehmlich aus dem 19. Jahrhundert, standen und stehen auf seinem Plan. „Heute hat man die Möglichkeit in alte Bausubstanz modernes Wohnen oder Arbeiten zu bringen.“ Er zeigt ein Gebäude der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das erfolgreich saniert wurde. Schwieger spricht von zeitüberdauernder Architektur und davon, dass sich ein Gebäude in seiner Nachbarschaft ein- oder unterordnen sollte. „Leider wird häufig zu wenig auf die Umgebung geachtet“, bedauert er.

„Das lässt sich nun nicht mehr ändern, aber man muss versuchen, solche Fehler zu vermeiden.“

Als Bausünden in Göttingen sieht er das Neue Rathaus und auch den Abriss des Reitstalles an: „Das lässt sich nun nicht mehr ändern, aber man muss versuchen, solche Fehler zu vermeiden.“ Für Schwieger ein Grund, sich nach seinem Abschied im Göttinger Städtebaubeirat im Gestaltungsbeirat der Stadt Wolfenbüttel zu engagieren. „Ein spannendes Projekt, denn die Stadt strebt das Weltkulturerbe an“, so der Architekt, der noch lange nicht ans Aufhören denkt. Denn ihm macht das Arbeiten nach wie vor großen Spaß und er unterstützt gerne alle Bauwilligen beim „Nestbau“. „Allerdings immer ohne gewendelte Treppen und unter Verwendung von  verschleißfesten Materialien. Zudem baue ich auch immer schon barrierefrei und damit altersgerecht“, so Schwieger. „Das ist gar nicht so teuer, aber es zahlt sich einfach aus vorauszudenken.“
Und das rät er auch dringend beim Thema Dämmung. „Bei einer Hausdämmung sollte man niemals Kunststoffe verwenden“, so Schwieger. „Das passiert aktuell leider in 85 Prozent der Fälle und ist im Brandfall äußerst gefährlich, ich plädiere in diesem Bereich unter anderem für nichtbrennbare Mineralwolle.“ n/bb

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