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Himalaja-Birke eignet sich auch für kleinere Gärten

Vom Dach der Welt Himalaja-Birke eignet sich auch für kleinere Gärten

Donnerwetter aber auch: 14,9 Milliarden Euro geben wir Deutschen pro Jahr für Pflanzen und Gärten aus – so zu lesen in einem Artikel des Landschaftsarchitekten Prof. Udo Weilacher in der Wochenzeitschrift  „Die Zeit“.

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Herbststimmung im Birkenhain: Betula utilis „Doorenbos“ – die Himalaja-Birke – gesellig gepflanzt.

Quelle: Traub

Eine kaum vorstellbare Summe, die nicht weniger eindrucksvoll wird, wenn man weiß, dass sie in etwa dem griechischen Haushaltsdefizit zum Zeitpunkt der Staatspleite entspricht.

Auch wenn Weilacher uns diese Zahl nicht aufschlüsselt, bleibt die Erkenntnis, dass den rund 20 Millionen Haushalten, die hierzulande über einen eigenen Garten verfügen, ihr grünes Reich lieb und teuer sein muss.

Und in der Tat, nie gab es mehr Veranstaltungen und Produkte rund um das Thema Gartenkultur, nie eine größere Zahl offener Gartenpforten. Nie erschienen so viele Gartenbücher – was nur möglich ist, weil sie auch  gekauft werden, Verlage sind nicht sentimental. Nie konnten wir aus einem größeren Angebot von Pflanzen aus aller Welt schöpfen, und nie war ihr Erwerb einfacher und die Logistik perfekter, die all unser Begehr schnell wie der Wind ins Haus liefert.

Mitten in diesem Getümmel prosperierender Gartenlust tauchen allerdings in letzter Zeit immer mehr „graue Inseln“ auf. Kaum ist man ein paar Tage verreist, hat sich schon wieder ein Vorgarten in eine Steinlandschaft verwandelt. Verschwunden ist die üppige rote Kletterrose, aus ist es mit dem Duft der Phloxe und dem Farbrausch der Astern.

Sie, liebe Leser, mailen mir seit einiger Zeit Fotos dieser offensichtlich immer beliebter werdenden neuen „Mode“ und äußern die Hoffnung, dass sich Ihre Grünschreiberin mit spitzer Zunge und satirischem Schmunzeln der Sache annimmt. Sie ahnen zwar ganz richtig, dass eine leidenschaftliche Pflanzenverwenderin diesem neuen Trend wenig abgewinnen kann, aber deswegen gleich polemisieren? Überlassen wir doch das triste Grau anderen und wenden uns stattdessen, wie immer an dieser Stelle, wonnevoll dem lebendigen Grün zu.

Diese Kleine, Feine

Es wäre jammerschade, wenn ich Ihnen diese ganz und gar nicht graue Gestalt hätte vorenthalten müssen: Betula utilis „Doorenbos“, die Himalaja-Birke. Schön sind zwar viele Vertreterinnen der Gattung Betula, aber für normale Gärten sind die meisten zu groß und „räuberisch“. Alles Wasser nehmen sie sich rücksichtslos, und als sei das nicht schon frech genug, senden sie Botenstoffe aus, die anderen Pflanzen in ihrem Wurzelbereich signalisieren: „Weg da, hier bin ich!“ Sie schaffen ein allelopathisches Bodenklima, wie es der Fachmann nennt, das sich wachstumshemmend auf fast jegliche Konkurrenz auswirkt.

Aber mit dieser Kleinen, Feinen, können Sie es ruhig versuchen. Die zierliche Vertreterin aus dem  Himalaja mit ihrem schneeweißen Stamm und dem attraktiven, sattgrünen Laub, das im Herbst in ein goldenes Gelb übergeht, ist eine außerordentliche Schönheit.

Von filigraner Gestalt, eignet sie sich auch für kleinere Gartenräume. Sie ist nicht sehr starkwüchsig, erreicht aber allmählich auch acht Meter Höhe, an besonders günstigen Standorten mehr. Ob in puristisch-modernen oder ländlich entspannten Gärten gepflanzt, sie macht überall eine gute Figur. Die Bodenansprüche sind bescheiden – egal ob saures oder neutrales Milieu. Sie liebt einen sonnigen Platz und ist gern in Gesellschaft. Wer einen etwas größeren Garten hat, kann mit mehreren Exemplaren einen anmutigen Hain schaffen, der zu jeder Jahreszeit, immer wieder anders, seinen luftig-leichten Reiz entfaltet.

Von Angelika Traub

Die Autorin ist Sprecherin des Zweiges Mitte – Fulda, Werra, Leine – der bundesweit organisierten Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur 

Kontakt per E-Mail unter traub@gartengesellschaft.de.

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