Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Eisvogel und Schwarzstorch

50 Jahre Naturpark Münden, Teil 1 Eisvogel und Schwarzstorch

Der Naturpark Münden bietet eine vielfältige Landschaft und vielfältige Angebote. In diesem Jahr feiert er sein 50-jähriges Bestehen und ist damit einer der ältesten Naturparks der Bundesrepublik. Das Tageblatt stellt in einer kleinen Serie Angebote und Arbeit des Naturparks vor.

Nächster Artikel
Gelbbauchunke, Nieme und Hutewald

Aussicht von der Burg Adelebsen: Blick über den nördlichen Teil des Naturparks Münden

Quelle: Heller

Flüsse, Bäche und große Buchenmischwälder prägen den 45000 Hektar großen Naturpark Münden im südlichen Zipfel Niedersachsens. Von Adelebsen bis kurz vor Kassel und von Hemeln bis kurz vor Friedland reichen die Grenzen des bergigen Gebietes, das als zweiter Naturpark in Niedersachsen und als fünfter in der Bundesrepublik 1959 gegründet wurde.

Bei Jühnde: Kühe auf sattgrüner Weide.

Quelle:

Mit dem Bramwald bei Bursfelde und Hemeln sowie dem Kaufunger Wald südlich von Hann. Münden befinden sich zwei große zusammenhängende Waldgebiete im Naturpark. In der Fachwerkstadt Münden, laut Alexander von Humboldt eine der „sieben am schönsten gelegenen Städte der Welt“, fließen im Naturpark Werra und Fulda zur Weser zusammen.  

In diese drei Flüsse münden mehrere kleine Mittelgebirgsbäche, die zum Teil noch in ihrer natürlichen Ausprägung erhalten sind. Sie führen durch kleine ursprüngliche Waldwiesentäler. Dort sind noch Tiere wie der Eisvogel, die Wasseramsel oder die Gebirgsstelze beheimatet. Auch der scheue Schwarzstorch brütet im Naturpark.

Ein Bild von einem Baum: prächtiges Exemplar in der Nähe von Varlosen.

Quelle:

Im Nordosten wird der Naturpark durch die Dransfelder Hochebene begrenzt. Sie ist die Wasserscheide zwischen Weser und Leine. Ausgehend von ihrer höchsten Erhebung, dem Hohen Hagen, hat der Göttinger Mathematiker Carl Friedrich Gauß im Jahr 1818 die Landesvermessung des Königreichs Hannover begonnen. Heute steht dort der Gaußturm, ein Beton-Bau der sechziger Jahre, der gerade für 370000 Euro saniert und etwas aufgehübscht wurde. Vom Turm aus hat man bei gutem Wetter einen schönen Panoramablick und damit auch einen Rundumblick auf den Naturpark.

Mehrere kleine Ortschaften weisen auf die Kulturgeschichte im Naturpark hin. Holz- und Wasserreichtum und die großen Flüsse als Transportwege für produzierte Güter bildeten gute Standortvoraussetzungen für die Besiedlung. Kleine Fischerdörfer, Flößereien, Köhlereien und Glashüttenstandorte prägten lange Zeit das Wirtschaften der Menschen in der Region.

Die Fachwerkstadt Hann. Münden war das Handels- und Wirtschaftszentrum dieser Region. 1247 erhielt die Stadt das Privileg des Stapelrechts, ein wirtschaftliches Privileg, das fast sechs Jahrhunderte bestand und der Stadt zu einem großen Aufschwung verhalf. Als wichtige Stadt des Weserhandels erlebte Münden eine Blüte, von der heute noch das Rathaus im Renaissance-Stil zeugt. 

Eine heutige Besonderheit des Naturparks ist das Bioenergiedorf Jühnde, das deutschlandweit erste Dorf, in dem die gesamte Wärme- und Stromversorgung durch nachwachsende Biomasse erfolgt. Eine sensationelle Entdeckung im Naturpark war zudem das Römerlager an der Werra bei Hedemünden vor einigen Jahren.

Jörn Barke

Nächster Artikel
Mehr aus Naturpark Münden

Sollte Pyrotechnik in bestimmten Stadion-Bereichen legalisiert werden?

Geschichte der Südharz-Eisenbahn

Historische Bilder sind in Winfried Dörners Buch „Die Südharz-Eisenbahn“ zu sehen.