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Frau-Holle-Pfad und Pilgerweg: Wandern im Naturpark

50 Jahre Naturpark Münden, Teil 3 Frau-Holle-Pfad und Pilgerweg: Wandern im Naturpark

Der Naturpark Münden bietet eine vielfältige Landschaft und vielfältige Angebote. In diesem Jahr feiert er sein 50-jähriges Bestehen und ist damit einer der ältesten Naturparks der Bundesrepublik. Das Tageblatt stellt in einer kleinen Serie Angebote und Arbeit des Naturparks vor. Heute geht es um Freizeitmöglichkeiten in dem Gebiet.

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Gelbbauchunke, Nieme und Hutewald

Einer von mehreren Lehrpfaden im Naturpark Münden: der Waldgeschichtspfad in Bursfelde.

Quelle: Theodoro da Silva

Ob Wanderweg, Radwege, Lehrpfade oder auch Kanufahrten: Im Naturpark Münden gibt es eine ganze Reihe von naturnahen Freizeitmöglichkeiten. Der Wanderweg, der am weitesten über den Naturpark hinausführt, ist der europäische Fernwanderweg E 6. 

Er reicht nämlich auf einer Strecke von etwa 5200 Kilometern vom Nordwesten Finnlands bis nach Griechenland. Im Abschnitt zwischen Göttingen und Hann. Münden, der zum größten Teil im Naturpark liegt, ist er identisch mit dem Studentenpfad, der die Universitätsstädte Göttingen, Kassel, Gießen und Marburg verbindet. Der Weg führt von Göttingen aus über Tiefenbrunn, den Hohen Hagen und Scheden nach Hann. Münden. Ab dort ist der E 6 identisch mit dem Werraburgensteig, der über Lippoldshausen, Atzenhausen und Mollenfelde nach Witzenhausen und schließlich bis zur Wartburg nach Eisenach.

Nicht in Ost-West-Richtung wie der Studentenpfad, sondern in Nord-Süd-Richtung verläuft der Frau-Holle-Pfad durch den Naturpark. Der Weg, der in Bad Karlshafen beginnt und in Schenklengsfeld endet, führt im Naturpark über Bursfelde, Hemeln und Hann. Münden. Große Teile der Strecke liegen im Bramwald und Kaufunger Wald. Der Pfad ist benannt nach der Märchenfigur Frau Holle aus der Sammlung der Brüder Grimm.

Daneben queren weitere Fern- und Hauptwanderwege den Naturpark. Eine Vielzahl von Rundwanderwegen kommt hinzu. Wer über das Wandern hinaus auch auf der Suche nach Spiritualität ist, kann sich auf den Pilgerweg von Loccum nach Volkenroda begeben. Durch die Region Göttingen führen vier Etappen des Pilgerwegs. Stationen sind unter anderem das evangelische Kloster Bursfelde und das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Mariengarten.

Barfuß im Wald

Nicht nur zu Fuß, sondern auch per Rad und auf dem Wasser kann der Naturpark erkundet werden. So verläuft der sehr beliebte und viel genutzte Weser-Radweg, der von Hann. Münden bis zur Nordsee führt, verläuft in seinem ersten Abschnitt durch den Naturpark. Weitere, gut ausgeschilderte Fernradwege, die durch den Naturpark verlaufen, sind der Werra-Radweg, der Fulda-Radweg und der Weser-Harz-Heide-Radweg. 2006 wurden zudem im Landkreis Göttingen zahlreiche neue Kanu-Anlegestellen an Werra, Fulda und Weser gebaut.

Darüber hinaus kann die Natur durch mehrere Lehrpfade erlebt werden. So gibt es im Süden des Naturparks bei Nienhagen den rund 2,5 Kilometer langen Barfuß-Pfad, bei dem die Besucher über ihre nackten Füße einen sinnlichen Eindruck vom Waldboden vermittelt bekommen. Neben verschiedenen Bodenbelägen gibt es Klettermöglichkeiten über Hindernisse. Nördlich davon kann man das geschäftige Treiben der Ameisen und ihre Hügelnester auf dem Ameisenlehrpfad bestaunen. Eine kurze Wanderung führt von hier aus zur Waldgaststätte Rinderstall mit dem Wildgehege und dem Waldmuseum. In der Nähe befindet sich auch das mittelalterliche Modelldorf Steinrode.

In Hann. Münden gibt es auf einer Fläche von knapp drei Hektar einen forstbotanischen Garten mit rund 750 teils seltenen Bäumen und Sträuchern. Der Garten wurde 1870 eröffnet und wird seit 2005 durch das Forstamt Münden verwaltet.

Dagegen führt der Waldgeschichtspfad bei Bursfelde im Norden des Naturparks eher durch die Nutzungsgeschichte des Waldes. Im Anschluss ist es möglich, sich auf einen zweiten Weg in Bursfelde zu begeben: den Klaus-Bahlsen-Weg an der Nieme-Mündung, der über das Renaturierungsprojekt des Baches informiert. 

Quellen und Mühlen

Auf der Dransfelder Hochfläche führt der Quellenpfad von Jühnde nach Scheden über die Wasserscheide  von Weser und Leine. Der Bergbau- und Geologiepfad am Gaußturm liefert darüber hinaus Informationen zur Beschaffenheit des Geländes und zum ehemaligen Basalt-Tagebau am Hohen Hagen, der bis 1986 dort betrieben wurde.

Einen Einblick in die Kulturgeschichte der Region gibt der Kulturpfad Bühren. Dort werden natur- und kulturhistorisch bedeutsame Objekte in und um Bühren werden auf einem 2,5 Kilometer langen Rundweg  vorgestellt. Ausgangs- und Endpunkt ist der Tieplatz in der Ortsmitte. Zu den Stationen zählen unter anderem die evangelische Kirche, eines der ältesten Häuser, Mühlen und das Kulturdenkmal Kreuzsteine. Von Bühren aus starten auch einige Wanderwege und Rundwanderwege in den Bramwald.

Von Jörn Barke

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