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Gut und unabhängig beraten

Pflege Gut und unabhängig beraten

Der Beratungsbedarf in Sachen Pflege und Co. ist hoch – diese Erfahrung machen die Mitarbeiterinnen der Pflegestützpunkte für den Landkreis und die Stadt Göttingen immer wieder.

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Quelle: Foto: Robert Kneschke - fotolia.com

„Das Pflegegeld ist vielen noch ein Begriff. Doch die Feinheiten der Pflegegesetzgebung kennen viele nicht“, so die einhellige Aussage von Maria-Elisabeth Richardt, Gaby Quintscher und Astrid Winter. So wundert es nicht, dass der Aufgabenschwerpunkt des Pflegestützpunktes auf der Einzelberatung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen liegt. Seit Jahren steigt der Beratungsbedarf stetig an, auch weil die individuellen Fragestellungen komplizierter werden. Ein besonderer Service sind die Hausbesuche, die landkreisweit durchgeführt werden können: „Wer in der Pflege eines Angehörigen engagiert ist, kann nicht einfach zu den Sprechstunden kommen, die wir anbieten, übrigens auch regelmäßig in Duderstadt und Hann. Münden“, sagt Winter. Ein weiterer Vorteil der Hausbesuche ist, dass die Mitarbeiterinnen die Situation vor Ort kennenlernen und die Gesamtlage besser einschätzen können, als es im persönlichen Gespräch oder am Telefon möglich wäre. So kann beispielsweise direkt besprochen werden, welche Umbaumaßnahmen nötig sind, um die häusliche Pflege zu gewährleisten.

Hilfe beim Ausfüllen der Anträge

Seit Januar gibt es laut Pflegestärkungsgesetz von der Pflegekasse 4000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Der Umbau eines Bades mit leicht zugänglicher Duschtasse ist so leichter zu finanzieren als früher. Dies ist nur eine der Neuerungen, welche das Pflegestärkungsgesetz an Verbesserungen bringt, und die bisher auch noch viel zu wenig bekannt sind.

Doch für alle Leistungen der Pflegekasse gilt: Sie müssen beantragt werden. Hier leisten die Mitarbeiterinnen Unterstützung und helfen bei Bedarf und Wunsch beim Ausfüllen der Anträge. Eingerichtet wurde der Pflegestützpunkt im Landkreishaus 2010, nachdem ein bundesweites Modellprojekt gezeigt hatte, wie sinnvoll die Beratung in diesem Bereich ist. „Das ganze Thema der Pflege, insbesondere die eigene mögliche Pflegebedürftigkeit, gehört nach wie vor zu den sensiblen Bereichen, die erst dann angegangen werden, wenn es soweit ist“, bestätigt Maria-Elisabeth Richardt.

Gutachter des Medizinischen Dienstes

Meist kommt der Erstkontakt dann zustande, wenn entweder eine Pflegestufe festgestellt werden soll oder wenn nach einem Krankenhausaufenthalt die so genannte Überleitungspflege den Kontakt herstellt. „Vielfach ist die Meinung verbreitet, dass der Arztbrief ausreicht, um die Pflegebedürftigkeit zu belegen“, sagt Astrid Winter. Doch um eine Pflegestufe festzustellen, kommt der Gutachter des Medizinischen Dienstes zum potenziell Pflegebedürftigen ins Haus. „Hier sollte man sich im Vorfeld Gedanken machen, wie der Hilfebedarf im Einzelnen aussieht. Auch die permanente Hilfe bei einzelnen Handgriffen kann sich schnell summieren und so eine Pflegstufe rechtfertigen“, wissen die Mitarbeiterinnen.

Stadt und Land haben eigene Beratungsstellen

Zuständig ist der Stützpunkt für den gesamten Landkreis Göttingen, wobei im Altkreis Duderstadt und in Hann. Münden regelmäßige Sprechstunden abgehalten werden. Die Stadt Göttingen hat einen eigenen Pflegestützpunkt im Neuen Rathaus. Die Gründung des heutigen Pflege- und Seniorenstützpunktes geht auf eine Vorläufer-Einrichtung aus den Sech­zi­ger­jah­ren des vergangenen Jahrhunderts zurück. „Wir verstehen uns als Erstkontaktstelle, die eine Art Lotsenfunktion ausübt“, sagt Leiter Mirko Hoenig. Grundsätzlich wird, analog zum Pflegestützpunkt im Landkreis, zu allen Themen in Sachen Pflege beraten. In der „kleinen Großstadt“ Göttingen sind viele Angehörige gar nicht vor Ort – eine Herausforderung für die Beratungsstruktur.

„Falls der potenziell Pflegebedürftige in der Stadt wohnt, ist es sinnvoll, uns anzusprechen“, sagt Hoenig. Die Berater kennen die regionale Versorgungsstruktur und können entsprechend weiter vermitteln. Hausbesuche machen die Mitarbeiter des Stützpunktes der Stadt nicht selbst, sondern arbeiten mit dem Sozialdienst des Gesundheitsamtes zusammen. Im Rahmen einer systematischen Überleitung werden nach vorherigem Einverständnis die entsprechenden Daten übermittelt. „Die Kollegen können dann schnell aktiv werden.“ Der unabhängige Beratungsauftrag der Pflegestützpunkte wurde übrigens 2008 gesetzlich verankert, gerade wegen der Tatsache, dass der gesamte Pflegebereich als Markt organisiert ist, an dem viele Partner teilhaben. Finanziert werden die Einrichtungen nicht nur von den Kommunen selbst, sondern auch zum Teil von den Pflegekassen.

Beide Beratungsstellen halten unterschiedlichste Publikationen und Materialien bereit: Vom Seniorenwegweiser der Stadt Göttingen, über die Angebotslandkarte des Landkreises bis hin zu Adressenlisten der verschiedensten Einrichtungen wie Angehörigengruppen oder Heimlisten.

Von Birgit Freudenthal

Infos kompakt
Senioren- und Pflegestützpunkt des Ladkreises Göttingen
Sprechzeiten im Kreishaus in Göttingen
Reinhäuser Landstraße 4, 37083 Göttingen
Zimmer-Nr.: 097
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 8 bis 13 Uhr, Do 8 bis 16 Uhr,
nach Terminvereinbarung auch bis 18 Uhr
Sprechzeiten in Duderstadt
Lorenz-Werthmann-Haus
Scharrenstraße 9-11,
jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat,
10 bis 12 Uhr
Sprechzeiten in Hann. Münden im Haus der sozialen Dienste
Am Plan 2,
nach Vereinbarung
Alle drei Anlaufstellen sind erreichbar unter:  
G. Quintscher 0551 525-909
A. Winter 0551 525-908
M. Richardt 0551 525-809
Seniorenberatung/Pflege­stützpunkt der Stadt Göttingen
Neues Rathaus, Hiroshimaplatz 1-4
Erste Etage, Zimmer 142/143
Telefon: 0551 400-2177
und 0551 400-3143
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