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Pflege daheim statt im Krankenhaus

Kinderpflegedienst Kimbu Pflege daheim statt im Krankenhaus

Am Anfang hatten Eltern nach einer Möglichkeit gesucht, ihre an Krebs erkrankten Kinder in Behandlungspausen oder zur Nachsorge von Operationen zuhause versorgen zu lassen. „Wie sich das Ganze schließlich entwickeln würde, ließ sich 1998 noch nicht ahnen“, sagt Kerstin Mollenhauer, Geschäftsführerin von Kimbu. Heute betreut der häusliche Pflegedienst monatlich etwa 40 Kinder und Jugendliche, Tendenz steigend.

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Kerstin Mollenhauer, Geschäftsführerin des häuslichen Kinderpflegedienstes Kimbu.

Dabei ist der Wirkungskreis nicht auf Göttingen beschränkt: Die ausgebildeten Kinderpflegekräfte arbeiten in einem Radius von 90 Kilometern rund um die Universitätsstadt, das Einzugsgebiet reicht bis Wernigerode im Harz. „Wir betreuen sogar Patienten in Nordhausen“, sagt Pflegedienstleitung Antje Schischkoff. Um nicht aus Göttingen anfahren zu müssen, sucht Kimbu in so einem Fall nach geeigneten Pflegekräften vor Ort.

Antje Schischkoff, Pflegedienstleitung des häuslichen Kinderpflegedienstes Kimbu.

Antje Schischkoff, Pflegedienstleitung des häuslichen Kinderpflegedienstes Kimbu.

Quelle:

Schwer erkrankte Kinder und Jugendliche stellen innerhalb der Pflegebedürftigen eine ganz besondere Gruppe dar. Dank der Fortschritte in der Intensivmedizin können beispielsweise heute auch sehr kleine Frühchen mit nur 500 Gramm Geburtsgewicht überleben. Allerdings sei die Gefahr von Hirnblutungen gegeben – „dann haben die Kleinen mit Defiziten zu kämpfen“, so Schischkoff weiter. Heute betreut Kimbu überwiegend Patienten mit neurologischen Erkrankungen, zum Beispiel Kinder mit Epilepsie. „Auch Kinder mit angeborenen Syndromen können heute besser behandelt und betreut werden“, sagt Schischkoff weiter.

Steht gerade keine Krankenhausbehandlung an oder sollen sich die Patienten in einer Therapiepause zu Hause erholen, ist Kimbu zur Stelle und übernimmt die Pflege. Das verringert die Belastung für die Kinder und deren Familien. Je nach Situation kann auch ein Krankenhausaufenthalt ganz vermieden werden. „Im Jahr 2002 haben wir erstmals einen Intensivpatienten voll beatmet“, so Geschäftsführerin Mollenhauer. Eine 24-Stunden-Betreuung sei mit einem eingespielten Team mit bis zu zwölf Mitarbeitern gut machbar.

Wenn bei einem Kind trotz aller medizinischen Therapien keine Hoffnung auf Heilung besteht, unterstützt Kimbu die Familie in dem Wunsch, dass ihr Kind seine letzte Lebenszeit zu Hause verbringen kann.

Info

Wegen des großen Versorgungsgebietes und der intensiven Pflege schwerkranker Kinder decken die Vergütungen der Krankenkassen die Kosten nicht voll ab, so dass der Pflegedienst auf Spenden und Zuschüsse angewiesen ist. Zusätzliche Unterstützung bietet Kimbu durch einen Sozialfonds für Familien, die durch die Erkrankung des Kindes in eine soziale Notlage geraten sind oder eine spezielle Therapie für ihr schwerkrankes Kind benötigen, die von den Krankenkassen nicht übernommen wird.

Für die Kostenübernahme gilt jeweils eine Einzelfallbetrachtung. Eine Besonderheit ist, dass im Einzelfall auch Leistungen bei der Pflegekasse beantragt werden können. „Kinder ab einem Jahr erhalten nach Begutachtung durch den Medizinischen Dienst in eine Pflegestufe. Wir können dann Leistungen der Verhinderungspflege abrechnen“, sagt Antje Schischkoff. Die Familien, die aufgrund des erkrankten Kindes ohnehin in einer Ausnahmesituation sind, werden auch damit nicht allein gelassen und von Kimbu beraten.

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