Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
„Wir haben keine Wahl“

Adelebsen: Bauausschuss empfiehlt neue Flächen für Windräder „Wir haben keine Wahl“

Der Bauausschuss des Rates der Gemeinde Adelebsen hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, zwei neue Flächen für Windräder auszuweisen. Windkraft-Gegner kritisierten die Entscheidung und das Verfahren scharf.

Voriger Artikel
Vereinsmeisterschaften der DLRG
Nächster Artikel
"Fredag ist Platttag"

Symbolbild

Quelle: dpa

Adelebsen. Die beiden Flächen sollen im Zuge einer Änderung des Flächennutzungsplans ausgewiesen werden. Die eine Fläche ist 140 Hektar groß und befindet sich östlich von Barterode und Wibbecke an der Grenze zur Stadt Göttingen, auf deren Gebiet dort ebenfalls Windräder geplant werden. Die andere Fläche ist 31 Hektar groß und liegt südlich von Adelebsen und östlich von Eberhausen. Die schon bestehenden Windräder bei Güntersen genießen Bestandschutz, die Fläche darf aber künftig nicht mehr für Windenergie genutzt werden.

Gemeindebürgermeister Holger Frase (SPD) und Vertreter des Ausschusses betonten erneut mehrfach, dass es um eine Begrenzung der Räume für Windräder gehe. Ohne eine Ausweisung von Flächen könnten nach derzeitiger Rechtslage Investoren versuchen, überall im Gemeindegebiet Anlagen zu errichten. Der Abstand zu Siedlungen sei mit 1200 Metern zudem möglichst hoch festgesetzt.

„Mich wundert die Eile“, entgegnete für die Windkraft-Gegner der Arzt Thomas Carl Stillen. Er forderte ein faires, bürgernahes und ergebnisoffenes Verfahren. Ein schneller und fehlerhafter Entschluss sei offenbar wichtiger als die Zukunft Adelebsens. Stiller schlug vor, die Entscheidung dem neuen Rat zu überlassen, zumal mehrere jetzige Ratsmitglieder bei der Kommunalwahl nicht wieder antreten.

Das Verfahren laufe seit sechs Jahren, antwortete Frase. Das sei „nicht gehetzt“. Planer Dirk Puche wies zudem den Vorwurf zurück, einzelne Gutachten oder Eingaben seien nicht berücksichtigt worden. Ziel der Ausweisung der beiden Flächen sei der „größtmögliche Schutz der Bevölkerung“ betonte Petra Löb-Kompart (Grüne). Natürlich hätten die Windräder Auswirkungen auf das Landschaftsbild, „aber wir haben keine Wahl“. Ohne Steuerung werde es einen Wildwuchs bei den Anlagen geben.

Mitglieder von CDU, SPD stimmten für die Ausweisung der Flächen, Walter Koch (SPD), der zuvor mit einem Antrag auf Vertagung scheiterte, dagegen. Er meldete weiteren Informationsbedarf an, monierte, Rotmilane würden besser geschützt als Menschen und sprach von einem „Vergehen an Mensch und Natur“. Auch Thorsten Hüne (Pro Erbsen) sprach sich für eine Vertagung aus.

„Alles, was wir vorbringen, wird abgeschmettert“, meinte Stiller, der auch gesundheitliche Beeinträchtigungen der Bevölkerung durch Infraschall fürchtet. Abschließend über das Thema entscheidet der Rat der Gemeinde. Für die Fläche bei Barterode stehen die Stadtwerke Göttingen als Investor in den Startlöchern. Sie haben laut Verwaltung bereits einen Bauantrag für fünf Windräder mit einer Nabenhöhe von 134 Metern gestellt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Gänseliesel-Wahl