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Den Bomben entkommen

Junge Frau lässt Flugticket verfallen - und entgeht Anschlag in Brüssel Den Bomben entkommen

Das richtige Bauchgefühl hatte Rosanne Stiller bei ihrem Aufenthalt in Brüssel am Tag vor den Anschlägen des Islamischen Staates: Statt am Dienstagmorgen zum Flughafen zu fahren, setzte sich die junge Frau am Montagabend kurzentschlossen in einen Bus nach Göttingen.

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R. Stiller.

Quelle: EF

Barterode/Brüssel. Bei der Festnahme des mutmaßlichen Drahtziehers der Paris-Attentate, Salah Abdeslam, am Freitag in Brüssel sei sie nur drei Blocks entfernt gewesen, sagt Stiller: „Ich habe die Schüsse gehört.“ Danach habe sich in Brüssel, wo ohnehin schon lange vorher eine Terrorwarnung ausgerufen war, die Erwartung von kurz bevorstehenden Vergeltungsschlägen islamischer Terroristen verbreitet: „Irgendwie war allen klar, dass es Anschläge geben wird.“ Überall in der Stadt habe es eine massive Polizeipräsenz gegeben. Ein „ungutes Gefühl“ habe auch sie erfasst und sei immer weiter angewachsen. Lange wollte sie ohnehin nicht mehr in Brüssel bleiben - ihr Flugticket war auf eine Verbindung am Dienstagmorgen vom Brüsseler Flughafen ausgestellt.

Ihre innere Unruhe, sagt Stiller, sei am Wochenende soweit angestiegen, dass sie überlegt habe, trotz gebuchten und bezahlten Fluges die belgische Hauptstadt früher zu verlassen. Nach kurzer Überlegung entschied die 18-Jährige, sich um ein Busticket zu bemühen. Das funktionierte: Am Montagabend um 21 Uhr bestieg die junge Frau ihren Bus in Richtung Deutschland. Andernfalls hätte sie sich am Dienstagmorgen in der Abflughalle des Brüsseler Flughafens eingefunden.

Genau dort explodierten gegen 8 Uhr kurz hintereinander zwei Bomben. Mindestens elf Menschen starben. Furchtbar erschrocken sei sie gewesen, sagt Stiller, als die Nachrichten sie erreichten. Auf der einen Seite sei ihr „ein Riesenstein vom Herzen gefallen“, auf der anderen Seite sei das Entsetzen über die Attentate ähnlich groß gewesen. Mittlerweile ist Stiller wieder in ihrem Heimatort Barterode eingetroffen und erholt sich von den Eindrücken ihrer Brüssel-Reise.

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