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"Frisch aus dem Euter in den Tank"

Erste Milchtankstelle Südniedersachsens "Frisch aus dem Euter in den Tank"

Seit Montag ist die erste Milchtankstelle in Südniedersachsen in Betrieb. An der Hauptstraße in Güntersen steht sie direkt am Kuhstall der Landwirtfamilie Timmermann. Täglich zwischen 8 und 22 Uhr können Kunden hier ab sofort frische und unbehandelte Milch zapfen.

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Frischer gehts kaum: An der Milchtankstelle in Güntersen können sich Kunden täglich frische Kuhmilch abholen.

Quelle: CH

Güntersen. Während die rund 100 Kühe gemütlich auf der benachbarten Weide genüsslich grasen, zapft Jörg Krüger an der Milchtankstelle, die in einer kleinen Holzhütte untergebracht ist, den ersten Liter Milch. "Frisch aus dem Euter in den Tank", preist Landwirt Jens Timmermann die Milch an. Kunde Krüger hat sich wegen dieser Frische extra von Bovenden ins 20 Kilometer entfernte Güntersen gemacht. Er lege Wert auf frische Milch. Milch aus dem Supermarkt könne beim Geschmack längst nicht mithalten, sagt Krüger. Timmermann rät seinen Kunden aber, die Milch aus gesundheitlichen Gründen vor dem Verzehr abzukochen.

 

Herzensangelegenheit Milchtankstelle

 

Verglichen mit dem Liter Vollmilch aus dem Supermarkt- und Discounter-Kühlregal hat Timmermanns Milch ihren Preis: Einen Euro kostet die frische und unbehandelte Milch aus der Tankstelle, die weder homogenisiert noch pasteurisiert ist. Für Timmermann ist das Projekt Milchtankstelle eine Herzensangelegenheit. In Zeiten, in denen Milch im Handel verramscht werde und das Deutsche Milchkontor derzeit nur 21 Cent pro Liter Milch an die Milchbauern zahle  - "Tendenz fallend", so Timmermann -, sei es an der Zeit zu zeigen, dass das die Landwirtschaft hochwertige Produkte produziere.

 

Landvolk-Geschäftsführer Achim Hübner ergänzt, dass die Milchbauern bei einem Preis unter 30 Cent nicht mehr kostendeckend produzieren könnten. Vom für Ende des Monats einberufenen Milchgipfel erwarte er "gar nichts".

Mindestens 30 Liter am Tag

 

Timmermann hofft auf die Kunden, die stets betonen, dass ihnen Lebensmittel etwas wert sind. Er rechnet, täglich mindestens 30 Liter Milch über die Tankstelle zu verkaufen. Schon ab zehn Litern würde sich seine Investition - allein das Zapfgerät kostet laut Liste um die 18000 Euro - rechnen. Insgesamt geben Timmermanns rund 100 Kühe täglich bis zu 3000 Liter. Die Idee zur Zapfstelle dazu habe er schon länger gehabt, die aktuell schlechten Milchpreise hätten die Umsetzung angetrieben.

 

Auch Herbert Kalikowski zieht am Montag mit frisch gezapfter Milch - stilecht in einer Emaillekanne - von dannen. "Für selbstgekochten Pudding gibt es nichts Besseres", sagt er.

Info

Die Milchtankstelle an der Hauptstraße in Güntersen hat täglich zwischen von 8 und 22 Uhr geöffnet. Milchflaschen für einen oder einen halben Liter stehen bereit und kosten einen Euro beziehungsweise 80 Cent. Der Automat nimmt Münzen und Scheine und kann wechseln. Gezapft wird dann nach Geldeinwurf die gewünschte Menge, nicht gebrauchtes Geld gibt es zurück. Pro Liter sind ein Euro fällig. Der Tank der Anlage fasst 150 Liter. Sie kühlt die unbehandelte Milch auf vier bis sechs Grad runter. Die gezapfte Milch hält sich gekühlt zwei Tage lang. Nach Timmermanns Angaben hat die unbehandelte Milch einen Fettanteil von 4,1 Prozent und einen Eiweißgehalt von 3,2 Prozent. Und noch zu 100 Prozent alle Vitamine. Behandelte Milch habe davon nur noch 80 Prozent.

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