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Pauschalkritik im kleinen Kreis

„Freundeskreis“- Kundgebung in Adelebsen Pauschalkritik im kleinen Kreis

Klappbänke und -tische, eine Deutschland-Fahne, ein Vermummter, deutsche Volksmusik und nach 45 Minuten war alles wieder vorbei: Knapp 40 Teilnehmer haben am Sonntag an der Kundgebung des als rechts geltenden „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ in Adelebsen teilgenommen.

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„Freundeskreis“-Organisator Jens Wilke

Quelle: Wenzel

Adelebsen. Die Teilnehmer blieben, abgesehen von Polizeibeobachtung und einigen Passanten, unter sich. Nach Angaben der Polizei waren auch Mitglieder der linken Szene aus Göttingen angereist, um sich die Reden anzuhören. Diese verhielten sich jedoch unauffällig; Vorfälle und Zusammenstöße habe es keine gegeben, so Christian Rolack, Einsatzleiter der Polizei.

„Freundeskreis“-Organisator Jens Wilke begrüßte die Anwesenden, anschließend sprach der Adelebser Mario Messerschmidt. Er sparte nicht mit Kritik in Richtung Politik – sowohl der lokalen als auch der europäischen. Als einen Zeugen für die Untätigkeit des gesamten Parteienspektrums vereinnahmte er den Kabarettisten Volker Pispers, der der Politik vorwirft, seit 30 Jahren nichts zur Verbesserung der Situation eines Großteils der Bevölkerung getan zu haben. Pispers sagt allerdings beispielsweise auch, dass die Mitläufer der fremdenfeindlichen Pegida nicht alles Nazis sind, „manche sind auch einfach nur strunzdumme Hohlköpfe“.

Messerschmidt betonte seine Dialogbereitschaft und zitierte aus einem seiner Briefe an Ulrich Maschke (Die Linke) aus Dransfeld, in dem er über sich selbst schreibt: „Ich bleibe natürlich nationalsozialistisch.“ Jens Wilke applaudierte regelmäßig, und die Anwesenden folgten seinem Beispiel.

Mehrfach wurde auf die Kommunalwahlen hingewiesen, doch jenseits der Pauschalkritik gab es keine Ideen, was denn konkret anders und besser zu machen sei. An Überzeugung von sich selbst mangelte es Wilke dennoch nicht: „Wir sind deutsch, wir sind stolz drauf und wir werden es rocken.“

Als den „harten Kern von Neonazis aus der Region“ bezeichnete ein Passant die Anwesenden, die auch auf anderen „Freundeskreis“-Aktionen immer wieder zu sehen seien. Diese kämen aus Northeim, Einbeck, Duderstadt, aber auch Kassel. Es sei zudem interessant, dass ein vorbestrafter Rechtsextremist wie Mario Messerschmidt von Gewaltlosigkeit rede, obwohl er selbst bei der ersten Spontandemonstration des Freundeskreises in Adelebsen „rumgepöbelt“ habe. Außer Messerschmidt waren auch noch andere Adelebser erschienen.

Messerschmidt betonte seine Dialogbereitschaft, doch weder er noch andere Anwesende waren bereit, mit dem Tageblatt zu sprechen.

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